Entscheidungen bis 7. November – Finanzierung über Kredite

130 Kommunen können sich an EAM beteiligen

Werra-Meissner. Die neu gegründete EAM soll ein hundertprozentig kommunales Gebilde werden. Zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen hatten den Stromversorger Ende 2013 vom Konzern Eon Mitte übernommen, jetzt sind Städte und Gemeinden am Zug.

Bis

zum 7. November können sich 130 Kommunen aus dem Geschäftsgebiet der EAM entscheiden, ob sie sich an dem Unternehmen beteiligen. Der Borkener Bürgermeister Bernd Heßler geht davon aus, dass ein Großteil der Städte und Gemeinden mitziehen wird. Er ist Sprecher der Lenkungsgruppe der Kommunen. „Das ist eine einmalige Chance“, sagt Robert Fischbach, früherer Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf und jetzt Aufsichtsratsvorsitzender der EAM. Noch gibt es aber auch Vorbehalte – vor allem bei kleineren und finanzschwachen Gemeinden.

 Die Kommunen würden mit 49,9 Prozent der EAM-Anteile ins Geschäft einsteigen. Sie müssten entsprechend knapp die Hälfte des Unternehmenswertes (900 Millionen Euro) aufbringen, also 450 Millionen. Darin enthalten ist ein Eigenanteil von zehn Prozent (45 Millionen Euro). Fischbach: „Die Kommunen müssen aber keinen Euro eigenes Geld in die Hand nehmen und schaffen sich einen enormen Wert.“ Der erforderliche Eigenanteil werde über Banken finanziert, die Kredite würden aus den Erträgen bedient. Selbst für Schutzschirm-Gemeinden sei dies zulässig.

So war auch der Rückkauf der Eon-Mitte-Anteile durch die Landkreise und Göttingen abgewickelt worden. Für die erforderlichen Kredite müssten die Kommunen lediglich Bürgschaften leisten. In 27 Jahren, wenn alle Verbindlichkeiten abgetragen sind, werde man ein Vermögen von 530 Millionen Euro aufgebaut haben, so Fischbach. Wichtiger Zusatzeffekt: Die Kommunen, die auch die Netzkonzessionen vergeben, hätten Einfluss auf die Geschäftspolitik der EAM, sagt Bernd Heßler.

Von Heinz Rohde

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