Korruptionsverdacht: Eschwege gibt Ermittlungen im Zentralklärwerk in Auftrag

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Eschwege. Korruptionsermittlungen beim Zentralklärwerk der Kreisstadt Eschwege: Der Magistrat hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben.

Mit ihrer Hilfe sollen unter anderem mögliche Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang mit einem Bauprojekt in den Jahren 2010 bis 2012 geklärt werden.

Bei dem Projekt war es zur Kostenüberschreitung von 95.000 Euro gekommen. Rechnungen sollen gestückelt worden sein, damit sie unter der 1000-Euro-Kompetenzschwelle lagen. Für einzelne Forderungen gibt es keinen adäquaten Gegenwert. Instandhaltungsarbeiten und Gegenstände wurden abgerechnet, aber offenbar nicht erbracht beziehungsweise geliefert. Nach Informationen unserer Zeitung besteht der Verdacht, dass Abrechnungen von drei Firmen als unseriös einzustufen sind.

Einem inzwischen fristlos entlassenen Mitarbeiter des Betriebes wird darüber hinaus unter anderem das Fehlen elektronischer Medien - ein Notebook, externe Festplatten, ein PC-System - angelastet.

Bürgermeister Alexander Heppe bestätigte die Ermittlungen und die Entlassung des Mitarbeiters. „Umfangreiche Unterlagen müssen gesichtet werden“, sagt Heppe. „Wir werden prüfen, ob der Stadt Schaden entstanden ist.“ Heppe weiter: „Es gibt Indizien, die dafür sprechen, dass sehr freizügig mit Betriebsvermögen umgegangen worden ist.“ Dem entlassenen Mitarbeiter wird auch vorgeworfen, unterschiedliche Geräte und Maschinen - Rasenmäher, Motorsäge, Bohrmaschine, Hochdruckreiniger, Schleifmaschine und anderes - ausgeliehen und nicht zurückgegeben zu haben. Nach Informationen unserer Zeitung beläuft sich der Schaden auf rund 10.000 Euro.

Bei der Datenrekonstruktion des komplett gelöschten Laptops des entlassenen Mitarbeiters sind weitere Verdachtsmomente aufgetaucht. Die Analyse der verschwundenen und inzwischen zurückverlangten Medien steht noch aus und ist Teil des Untersuchungsauftrages.

Von Harald Sagawe

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