Schlechte Bezahlung ist ein Grund für geringe Zahl an Erziehern

Im Kreis arbeiten nur acht Männer in Kitas

Werra-Meißner. Männliche Erzieher sind in den 57 Kindertagesstätten im Werra-Meißner-Kreis nach wie vor selten anzutreffen. In den 47 Einrichtungen unter Trägerschaft von Gemeinde, evangelischer Kirche und Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind momentan acht Männer tätig.

Bei rund 520 pädagogischen Fachkräften entspricht das einem Anteil von 1,5 Prozent. Die Zahl männlicher Erzieher ist in den vergangenen Jahren fast gleich geblieben. „Unsere vier Erzieher sind seit fünf Jahren oder länger im Team“, sagt Jennifer Kaßner, Fachdienstleitung Kindertagesstätten bei der AWO Werra-Meißner, die Träger von neun Einrichtungen im Kreis ist. 

Auch bei der evangelischen Kirche, die 18 Kitas unterhält, ist die Zahl männlicher Erzieher verschwindend gering. Momentan sind in den Einrichtungen zwei Erzieher tätig, vor fünf Jahren war es einer, vor zehn Jahren gab es dort keinen einzigen männlichen Erzieher. Bei den 20 Kitas unter kommunaler Trägerschaft ist es ähnlich: Dort sind zwei Erzieher beschäftigt. „Wir haben regelmäßig Männer in der Ausbildung, aber sie sind deutlich unterrepräsentiert und ihre Zahl ist immer gleichbleibend“, bestätigt auch Elisabeth Franz, Abteilungsleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik an den Beruflichen Schulen in Witzenhausen.

Unter den 163 Auszubildenden aller Jahrgänge seien zehn Männer. Ein Argument dafür, dass nach wie vor wenige Männer den Beruf des Erziehers ergreifen, sei die schlechte Bezahlung. Obwohl diese mittlerweile gestiegen sei, sei es schwierig eine Familie davon zu ernähren, denn die wenigstens würden Vollzeit arbeiten. Sich in einer solchen Frauendomäne zu behaupten, sei für die Männer zudem nicht ganz einfach. „Da braucht es ein starkes Selbstbewusstsein, um Zufriedenheit und Erfüllung zu finden“, sagt Franz. In der Gesellschaft seien der Erzieherberuf und explizit männliche Erzieher generell zu wenig anerkannt.

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