Probleme bei Besetzung führen zu Fusion und Bereichswehren

Im Kreis gibt es zu wenig Wehrführer

Werra-Meißner. Die Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis haben zunehmend Schwierigkeiten, Führungspositionen zu besetzen.

So sah sich der Magistrat in Großalmerode vor wenigen Wochen dazu gezwungen, Wehrführer und Stellvertreter zu ernennen, da sich niemand freiwillig zur Wahl stellte. In vier weiteren Gemeinden des Kreises wurden bereits Fusionen und Bereichsfeuerwehren umgesetzt, bei denen eine Wehrführung für mehrere Orte zuständig ist (siehe Hintergrund). An qualifizierten Feuerwehrleuten mangelt es jedoch nicht, sagt Kreisbrandinspektor Christian Sasse: „Sie stellen sich nur nicht zur Wahl.“ Die Gründe hierfür seien vielfältig. „Manche sagen, sie haben es jetzt lang genug gemacht, andere haben beruflich zu viel zu tun oder ihnen ist der Verwaltungsaufwand zu hoch“, sagt Sasse. 

Dabei könne die Arbeit auf viele Schultern verteilt werden, der Wehrführer müsse denjenigen, an die er die Aufgaben delegiere, nur vertrauen können, denn die Verantwortung liege weiterhin bei ihm. „Es ist kein dankbarer Job“, sagt Hans-Heinz Staude, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. Abgesehen von einer geringen Aufwandsentschädigung gebe es keine Bezahlung, dafür müsse man mit vielen Situationen fertig werden und habe eine enorme Verantwortung. 

Zudem sei es schwierig, Beruf und Familie mit dem sehr zeitintensiven Amt zu vereinbaren. Hinzu kämen die Lehrgangsanforderungen: Der Gruppenführerlehrgang bei der Landesfeuerwehrschule in Kassel dauere zwei Wochen. „Für viele ist es ein Problem, an der Arbeit frei zu bekommen“, sagt Staude. Während Niedersachsen reagiert habe und bereits zweimal eine Woche anbiete, sei dies in Hessen erst im Gespräch. Auch ein Online-Lehrgang steht laut Sasse zur Diskussion, so dass die Feuerwehrleute nur für Praxis und Prüfung nach Kassel fahren müssen.

Zusammenlegung ist großes Thema

Waldkappel:

Die Wehren der drei Ortsteile Gehau, Eltmannsee und Stolzhausen werden aktuell zusammengelegt.

Herleshausen:

Aus Nesselröden, Holzhausen und Markershausen ist der die Bereichsfeuerwehr „Schutzbereich Brandenfels“ geworden.

Sontra:

Ulfen und Wölfterode, Heyerode und Diemerode sowie Stadt- und Thurnhosbach haben als Bereichsfeuerwehr nun eine gemeinsame Wehrführung. Weißenborn (mit Krauthausen) fusionierte mit Sontra-Mitte.

Neu-Eichenberg: In zwei von fünf Ortsteilen gibt es keinen stellvertretenden Wehrführer mehr. Eine Zusammenlegung steht derzeit zur Diskussion.


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