Angebot soll trotz Kürzungen des Landes beibehalten werden

Kreis hält an der Schulsozialarbeit fest

Eschwege. Für Unruhe und Empörung in Schulen und Kommunen sorgt die Entscheidung des hessischen Kultusministeriums, die bisher gültige Drittelfinanzierung der Schulsozialarbeiter zum Schuljahresende 2015 zu kündigen. An sieben Schulen im Landkreis sind acht solcher Mitarbeiter beschäftigt. Sie betreuen knapp 3500 Schüler.

Bisher teilen sich das Land Hessen, die jeweilige Gemeinde und der Landkreis die Kosten für die sozialpädagogische Betreuung der Schüler. Das Modell war für die ländlichen Regionen in Nordhessen entwickelt worden, um Schulsozialarbeit an allen Schulen anbieten zu können. Ab dem Schuljahr 2015/16 sollen die Schulen die Kosten für die Sozialarbeit über ihre Lehrerstunden-Zuweisung abrechnen – so der Plan des Kultusministeriums.

Kai Siebert, beim Werra-Meißner-Kreis für die Schulsozialarbeiter verantwortlich, sieht momentan noch keine Gefahr. „Die Verträge laufen bis zum Sommer und sind nicht gefährdet“, sagt er. Für die Weiterführung auf der neuen Grundlage werden derzeit Gespräche geführt. Landrat Stefan Reuß hält die Arbeit der Schulsozialarbeiter für unverzichtbar und will nicht an den Verträgen rütteln. Im Gegenteil: „Wir möchten dieses Angebot weiter forcieren. Sowohl mit dem Staatlichen Schulamt in Bebra als auch mit den betroffenen Kommunen bestehe in diesem Fall Einigkeit.

Schüler brauchen inzwischen mehr Unterstützung als früher, sagt auch die Leiterin des Staatlichen Schulamts, Anita Hofmann. Der Erfolg sei leider nicht messbar. Sie ist sich aber sicher: „Die Schulsozialarbeit reduziert die Folgekosten für die Gesellschaft.“ Ohne dieses Angebot wäre die Qualität an den Schulen nicht zu halten.

An den Gesamtschulen im Werra-Meißner-Kreis arbeiten die Schulsozialarbeiter seit zehn Jahren in sieben verschiedenen Einrichtungen an sechs Standorten. (ts)

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