Kreis und Polizei suchen Ehrenamtliche, die Älteren bei Sicherheitsfragen helfen

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Setzen sich für die Senioren ein: (sitzend) Jörg Künstler von der Polizei Eschwege, Ulrike Mathias vom Seniorenbüro, (stehend von links) Landrat Stefan Reuß, Ilona Friedrich vom Fachbereich Jugend, Familie, Senioren und Soziales sowie Polizeidirektor Thomas Beck. Sie präsentieren die Beutel, mit denen jeder Sicherheitsberater ausgestattet wird und in dem Infomaterial steckt.

Eschwege. Der Werra-Meißner-Kreis und die Polizeidirektion Werra-Meißner starten ein neues Projekt, um Senioren vor den sogenannten Enkeltrickbetrügern zu bewahren.

Das Telefon klingelt, ein aufgelöster Anrufer ist dran: Es sei ein Unfall passiert und man benötige für eine dringende Operation nun schnell Geld. Und ob man dem Enkel, der gerade am Telefon ist, dieses Geld nicht leihen könne? - Immer wieder kommen Fälle an die Öffentlichkeit, in denen vor allem ältere Menschen auf solche Anrufe hereinfallen und wildfremden Menschen ihr ganzes Erspartes geben, weil sie glauben, ihren lang nicht mehr gesehenen Familienmitgliedern damit helfen zu können. Damit das im Werra-Meißner-Kreis möglichst gar nicht mehr passiert, wollen der Landkreis und die Polizeidirektion Ansprechpartner ausbilden, die sich um die Belange der älteren Mitbürger kümmern.

Die Idee

Sicherheitsberater für Senioren sollen die genannt werden, die ihre Aufgabe im Ehrenamt ausüben sollen: „Wir erhoffen uns, dass diese Menschen die Senioren darüber aufklären, wie sie sich im Alltag schützen können: nicht nur vor dem Enkeltrick, sondern zum Beispiel auch vor Taschendiebstählen und Räubern an der Haustür“, sagt Polizeidirektor Thomas Beck. Bislang gebe es solche Tipps von Jörg Künstler, der auch weiterhin beratend zur Seite stehen wird. Aber: „Wir wollen das jetzt intensivieren und in professionellere Bahnen lenken“, erläutert Beck.

Die Ansprechpartner sollen die Menschen im persönlichen Gespräch oder bei Veranstaltungen nicht nur darüber aufklären, wie man Trickbetrüger erkennt oder sich vor Wohnungseinbrüchen schützt: „Es soll zum Beispiel auch im die Sicherheit im Straßenverkehr gehen.“

Die Sicherheitsberater

Sicherheitsberater kann jeder werden, der Interesse an einem solchen Ehrenamt hat und dem „klassischen Bild des Unbescholtenen“ entsprechen, sagt Beck schmunzelnd. Zudem müssen sich die Sicherheitsberater darauf einstellen, öffentlich vorgestellt zu werden: „Die Leute müssen ja wissen, an wen sie sich wenden können“, erklärt Beck. Bis zum 11. März können sich Interessierte telefonisch bei Jörg Künstler, Telefon 05651/925123 oder bei Ulrike Mathias vom Seniorenbüro, Telefon 05651/3021433, melden. Vor allem über 55-Jährige sind dabei im Visier: „Das liegt daran, dass die zum einen schon Lebenserfahrung gesammelt haben, sich gut einbringen können und den Sorgen der Senioren etwas näher sind als noch ein 20-Jähriger“, erklärt Beck. Das bedeute natürlich nicht, dass sich nicht auch jüngere Menschen bewerben können.

Die Schulung

In den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder sowie der Stadt und dem Landkreis Kassel, in denen das Projekt schon läuft, waren es immer um die 20 Bewerber, die sich gemeldet haben. Mit dieser Zahl rechnet man auch im Werra-Meißner-Kreis: Die Interessenten werden in den relevanten Themen dann vom 12. bis zum 15. April in allen sicherheitsrelevanten Themen geschult. „Wir hoffen auf viele Menschen, die anderen helfen möchten.“

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