Bevölkerungsverlust

Kreis rutscht unter 100 000 Einwohner

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Eschwege. Der Werra-Meißner-Kreis wird in den nächsten Monaten die 100 000-Einwohner-Grenze unterschreiten. „Die Entwicklung geht eindeutig in diese Richtung", sagt Landrat Stefan Reuß.

Danach nimmt die Bevölkerung jährlich um etwa 900 Einwohner ab. Nach den neuesten vorliegenden Zahlen mit dem Stichtag 30. Juni 2013 zählte der Werra-Meißner-Kreis genau 100 600 Einwohner. Zu Jahresanfang lag dieser Wert noch bei 100 913 Bewohnern, was einem Rückgang im ersten Halbjahr von 0,31 Prozent entspricht.

Der große Schock kam, als die Zahlen des Zensus 2011 bekannt wurden, durch den die Einwohnerzahl deutlich nach unten korrigiert wurde. Bis dahin hatte der Kreis noch mit mehr als 103 000 Einwohnern gerechnet.

Inzwischen überwiegen auch die Fortzüge wieder die Zahl an Zuzügen. Im Vorjahr schien es zunächst so, als sei dieser Trend gebrochen worden, als 171 Menschen mehr in den Werra-Meißner-Kreis gezogen waren als ihn verlassen hatten. Reuß: „Dieser Trend hat sich leider nicht bestätigt.“

„Alle Städte und Gemeinden haben verloren“, sagte Reuß. Auch Wanfried, das im vergangenen Jahr als einzige Kommune im Werra-Meißner-Kreis einen Zuwachs zu verzeichnen hatte, musste jetzt wieder einen Rückgang der Bevölkerung hinnehmen.

„Für die Kommunen bedeutet der Verlust von Bevölkerung auch die Minderung von Einnahmen“, sagte Reuß. So werden Schlüsselzuweisungen vom Land aufgrund der Bevölkerungsgröße gezahlt, was den Druck vor allem auf die unter dem Schutzschirm stehenden Städte und Gemeinden verstärke.

Reuß bezeichnete die 100 000er-Marke auch als eine psychologische Grenze. Zwar sei die Größe des Kreistags nicht an diese Grenze gekoppelt, der Kreistag könne aber durchaus darüber diskutieren, ob eine Verkleinerung nicht sinnvoll sei.

Von Dieter Salzmann

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