Gastspiel „Der dressierte Mann“ in der Eschweger Stadthalle

Krieg der Geschlechter

„Der dressierte Mann“: (von links) Marianne Rogée, Martina Dähne, Stephan Schleeberger und Karin Dor. Foto: nh

Vor 40 Jahren begann Alice Schwarzer ihren Kampf gegen das Patriarchat, entlarvte die Männer als Unterdrücker der Frauen. Da meldete sich die Ärztin Esther Vilar und verteidigte den Mann: In Wirklichkeit sei er derjenige, der sich – freiwillig – zum Sklaven der Frau macht. „Der dressierte Mann“ hieß ihr Bestseller, den Autor John von Düffel als Steinbruch für sein gleichnamiges Bühnenstück nutzte.

Das ist nun auch in Eschwege gelandet. Mögen die alten Schlachten auch geschlagen sein und auf der Bühne manches zu, wenn auch sehr vergnüglichen, Klischees geronnen sein – der Besuch im Theater wird bestimmt zu zahlreichen Diskussionen führen. Denn die politische Diskussion um neue Geschlechterrollen ist noch lange nicht beeendet. Und bekanntlich währt die Liebe mit all ihren Problemen ebenso ewiglich wie der Machismus.

Und so geht’s auf der Bühne zu: Da ist „Basti“ (Stephan Schleberger), Sohn der Alt-Emanze Konstanze Engelbrecht (Marianne Rogée), die sich eigentlich ein Mädchen gewünscht hat und ihn zu einem Softie erzogen hat. Der will zwar eine Partnerschaft – aber keinesfalls eine Ehe – auf Augenhöhe führen. Doch als seine Partnerin Helen plötzlich das Zehnfache wie er verdienen soll, ist sein männliches Selbstwertgefühl gelinde gesagt sehr angeknackst. Doch das ist nur eine der vielen verzwickten Geschichten des Gastspiels. (red)

Samstag, 20 Uhr, Stadthalle Eschwege

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