Erstes von sieben Kunstwerken in Meinhard-Braunrod - Einweihung am 9. November

Kunst im Grenzgebiet

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„Ferne sucht Nähe“ ist der Titel des Kunstwerkes in Meinhard-Braunrod, das einen ersten Meilenstein der künstlerischen Aufarbeitung und Erinnerung an die deutsche Teilung entlang der innerdeutschen Grenze im Werra-Meißner-Kreis bildet. Fotos: Stefanie Salzmann

Eschwege. Sieben Kunstwerke entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Neu-Eichenberg im Norden und Herleshausen im Süden des Kreises sollen künftig an die „Grenzerfahrungen“ der deutschen Teilung erinnern und zur Auseinandersetzung anregen. Pünktlich zum Jahrestag der Grenzöffnung am 9. November wird mit der Enthüllung des ersten Kunstwerkes in Meinhard-Braunrod das Projekt „Kunst an der ehemaligen innerdeutschen Grenze“ seinen Auftakt erfahren.

Dort verlief exakt die Grenze zwischen Ost und West. Durch die Metallskulptur, die aus dem Schriftzug „Ferne sucht Nähe“ besteht, geht der Blick weit Richtung Osten. „Früher sind wir hier hoch gefahren zum Ostengucken“, erinnert sich Meinhards Bürgermeister Hans Giller. „Ich hoffe, dass hier künftig ganz viele Menschen stehenbleiben und schauen.“

Bis 2014, wenn sich das Ende der deutschen Teilung zum 25. Mal jährt, sollen alle sieben Kunstwerke an Ort und Stelle sein. Als Standorte sind neben Neu-Eichenberg Witzenhausen unterhalb des Hansteins, Bad Sooden-Allendorf in der Nähe des Grenzmuseums Schifflersgrund, Altenburschla, Rittmannshausen und Herleshausen vorgesehen.

Die künstlerische Leitung hat die Stiftung Ars Natura, die bereits 20 Kunstwerke entlang des Premiumwanderweges im Ringgau installiert hat, mit Sandrino Sanders inne. Europaweit wurde das Projekt ausgeschrieben, 120 Künstler haben sich bisher beworben. Vorgabe der Ausschreibung war das Thema „Wiedervereinigung“ in einer Arbeit in Holz, Metall oder Stein.

Initiator des Projektes war ursprünglich der Landtagsabgeordnete Lothar Quanz. Der Verein für Regionalentwicklung hat die Trägerschaft übernommen und Fördermittel des Landes und derEU in Höhe von 48 000 Euro akquirieren können.

Eine fast identische Summe zur Umsetzung der Grenzkunst hat die Stiftung der Sparkasse Werra-Meißner beigesteuert. „Wenn Kunst hilft, Geschichte in Erinnerung zu behalten, ist das eine spannende Sache“, so der Vorstandvorsitzende der Sparkasse, Frank Nickel, der neben Landrat Stefan Reuß, Ars Natura und dem Verein für Regionalentwicklung in der Jury zur Auswahl der Werke sitzt. Zudem, so Nickel, würde das Projekt exakt den Zielen der Sparkassenstiftung entsprechen - der Aufarbeitung von Geschichte sowie Kunst und Kultur.

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