Schnelles Internet mit öffentlichem Geld

Landkreise sagen Ja zum Breitbandausbau

Werra-Meißner. Der Werra-Meißner-Kreis sowie die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Waldeck-Frankenberg haben per Beschluss den Weg frei gemacht für die Vorbereitung einer zu gründenden Infrastrukturgesellschaft zum Ausbau des Breitbandnetzes durch die öffentliche Hand.

Die Kreistagsbeschlüsse der Landkreise Kassel und Schwalm-Eder sollen Anfang 2013 gefasst werden. Die Zustimmung aller fünf nordhessischen Landkreise vorausgesetzt, werden diese dann einen öffentlich-rechtlichen Vertrag schließen und ein Unternehmen mit der Detailplanung für ein Glasfasernetz (NGA) beantragen. Diese soll nach Auskunft von Gerhard Deiseroth, in Hersfeld-Rotenburg zuständig für Strukturförderung, bis Ende 2013 abgeschlossen sein und zirka 320 000 Euro kosten.

Laut einer Machbarkeitsstudie, die die Broadband-Academy Bad Hersfeld im Auftrag des Regionalmanagements Nordhessen erstellt hat, würden die Landkreise eine gemeinsame Infrastrukturgesellschaft gründen und einen Netzdienstleister mit dem Ausbau des NGA-Netzes beauftragen. Die Landkreise verpflichten sich zu einem Eigenkapitalanteil von 15 bis 20 Prozent. Für den Werra-Meißner-Kreis läge diese Summe zwischen 4,5 und sechs Millionen Euro. Insgesamt wird der Netzausbau in der Region mit einem Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro angesetzt und soll über ein Darlehen finanziert werden. Amortisiert haben soll sich das Projekt nach etwa 20 Jahren.

Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes soll den Kunden eine Übertragungsgeschwindigkeit von 25 bis 50 Mbit/s garantiert werden. Bisher findet sich kein privates Telekommunikationsunternehmen derzeit bereit, im ländlichen Raum in ein NGA-Hochgeschwindigkeitsnetz zu investieren. Kritiker halten den NGA-Ausbau für technisch bereits überholt und die Mobilfunktechnik LTE für das Zukunftsmodell.

Von Stefanie Salzmann

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