Geschäftsführer-Bezüge kommunaler Betriebe nicht öffentlich

Landrat will keine Neiddebatte um Gehalt

Werra-Meißner. Sind Spitzen-Politiker im Vergleich zu Unternehmenslenkern zu schlecht bezahlt? Auf die von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück los getretene Debatte reagieren Landrat Stefan Reuß (SPD) und Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) zurückhaltend.

„An Neiddebatten beteilige ich mich nicht“, sagte Landrat Reuß auf Anfrage. Dabei sind sie in einer vergleichbaren Situation wie Bundeskanzlerin Angela Merkel im Verhältnis zu Geschäftsführern von Firmen in Bundes-Besitz. Auch Geschäftsführer von kommunalen Gesellschaften und Eigenbetrieben sind finanziell meist besser gestellt als ihre Quasi-Vorgesetzten an der Spitze der Kreis- und Stadtverwaltungen.

Die Vergütung von Verwaltungschefs ist kein Geheimnis und steht in jedem Haushalt. So liegt Landrat Reuß in der Besoldungsgruppe B 6 bei einem monatlichen Grundgehalt von 8057 Euro. Das entspricht einem Jahresgehalt von etwa 96 000 Euro. Bürgermeisterin Fischer bezieht in der Gruppe B 3 ein Grundgehalt von 6772 Euro pro Monat.

Über die Höhe der Bezüge der Geschäftsführer kommunaler Betriebe wie Stadtwerke, Klinikum und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) geben Reuß und Fischer keine Auskunft. Gesetzlich hätten Geschäftsführer das Recht, sich auf eine Klausel zu berufen, wonach ihre Gehälter nicht öffentlich gemacht werden dürften, sagte Reuß.

Ähnlich ist es in Eschwege, wo sich zwei Firmen im Eigentum der Kreisstadt befinden. Über die Bezüge der Geschäftsführer von Stadtwerken und Seniorenheimen will Stadtkämmerer Reiner Brill keine Angaben machen. „Die Bezahlung ist der Aufgabe angemessen, orientiert sich an der Verantwortung, an der Zahl der Beschäftigten und am Umsatz des Unternehmens“, sagt Brill über die Bezüge von Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Lecke. Von Harald Sagawe

Mehr lesen Sie in der Samstagsausgabe der Werra-Rundschau.

Kommentare