Die Landwirte zeigen Gesicht

Kreisbauernverband wirbt mit humorvoller Kampagne um Aufmerksamkeit

Ackerbauern, Tierhalter, Gemüseproduzenten: Diese heimischen Landwirte wollen für ein freundlicheres Bild der Landwirtschaft im Werra-Meißner-Kreis sorgen. Für eine Plakataktion des Kreisbauernverbands fungierten sie mit ihren Tieren und Feldfrüchten als Amateurmodells – und stellten das Projekt in der Deula vor. Foto: Steensen

Werra-Meißner. Autofahrer im Kreis werden vermutlich häufiger schmunzeln. Denn der Kreisbauernverband (KBV) Werra-Meißner wirbt jetzt mit einer humorvollen Kampagne unter dem Motto „Wir machen das!“ auf großen Plakaten für die heimische Landwirtschaft.

Die Models kann man leicht auf dem Traktor treffen, auf Kuhweiden und am Bienenstock.

Denn zwölf Landwirte und ihre Familien zeigen für die Aktion Gesicht. Sie weisen mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass unsere Lebensmittel nicht aus dem Supermarkt stammen – sondern von Menschen aus der Region, die sich um ihre Nutztiere kümmern, die Landschaft pflegen oder mit Biogasanlagen, Photovoltaikanlagen und Windrädern nachhaltig Energie produzieren. Dabei beweisen die Amateur-Models eine Menge Humor und warfen sich für Fotografin Regine Rohmund auch in ungewöhnliche Posen. Torsten Möller aus Röhrda küsst zum Beispiel eine Kuh, Philipp Kawe aus Hebenshausen posiert mit einem Weizenglas voll Getreide – und Magnus Sauer stemmt ein Pferd: „Eigentlich hatte ich eine große blaue Wassertonne auf der Schulter“, verrät der Hessisch Lichtenauer, der mit seiner Familie einen Pferdepensionsstall betreibt. Für die Fotomontagen und die flotten Sprüche war das Team der Werbeagentur Pesadorado (Datterode) zuständig. Das Ergebnis kam bei den vielen Gästen, die am Freitag zum offiziellen Start der Kampagne nach Witzenhausen kamen, gut an.

Neue Wege gehen

„Sie geben der Landwirtschaft ein Gesicht!“, lobte Dr. Hans Hermann Harpain vom Hessischen Bauernverband. Der Weg in die Öffentlichkeit sei wichtig, weil viele Menschen nicht mehr wüssten, wie die Landwirte Lebensmittel herstellen – und weil gerade bäuerliche Familienbetriebe angesichts sinkender Weltmarktpreise neue Wege gehen müssten, wie Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann ergänzte.

Auch Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer forderte, dass die Landwirte mehr Einblick in ihre Arbeit geben. „Bei Landwirtschaft denken noch viel zu viele Menschen eher an Bauer sucht Frau“, spielte sie auf die Fernsehsendung an.

„Jeder, der an den Plakaten vorbeifährt, hält kurz inne und denkt vielleicht darüber nach“, drückte Deula-Chef Henry Thiele die Hoffnung der zahlreichen Sponsoren aus.

• Zusätzlich zur Plakatkampagne hat der KBV Kalender mit den Motiven drucken lassen, die in der Geschäftsstelle gegen eine Spende erhältlich sind.

Von Friederike Steensen

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