Kommunen drehen kräftig an der Steuer- und Abgabenschraube

Das Leben im Kreis wird deutlich teurer

Eschwege. Mit dem kommunalen Schutzschirm soll alles besser werden. Zunächst wird das Leben im Werra-Meißner-Kreis für die Bürger aber deutlich teurer.

Die Städte und Gemeinden drehen kräftig an der Steuerschraube. Abgaben und Gebühren steigen deutlich. Schon mit der Verabschiedung der Haushalte für dieses Jahr haben die meisten Kommunen ihre Steuersätze spürbar angehoben.

Wir wollten von den Städten und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis sowie vom Landkreis selbst wissen, wie sie sich die Haushaltskonsolidierung vorstellen und haben nach den konkreten Schritten und Vorhaben gefragt. Die meisten Kommunen haben den umfassenden Fragenkatalog beantwortet, drei Städte machten auch nach mehrmaliger Bitte keine Angaben: Sontra, Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau.

Lange Zeit haben die Kommunen weit über ihre Verhältnisse gelebt, Geld ausgegeben, das sie nicht hatten. Die Städte und Gemeinden lebten über Jahrzehnte hinweg auf Pump. Die Schulden erreichten astronomische Höhen. Die Haushalte sind seit Jahren hochdefizitär. Millionen fehlen in den klammen Kassen. Das hängt auch damit zusammen, dass vielerorts gebaut wurde, ohne über Finanzierung und Folgekosten nachzudenken. Die Verwaltungsapparate sind zum Teil aufgebläht.

Elf der sechzehn Städte und Gemeinden im Kreis sowie der Landkreis selbst wurden eingeladen, unter den Schutzschirm zu treten. In den übrigen fünf Kommunen ist die Not offenbar noch nicht groß genug. Eschwege zählt dazu. „Wir erhalten aber ähnliche Auflagen wie die Schutzschirmkommunen“, klagt Stadtkämmerer Reiner Brill.

Immerhin beginnt bei den Kommunen emsiges Sparen. Frei werdende Stellen sollen nicht neu besetzt werden. Leistungen werden gestrichen oder reduziert. Vor allem aber sollen die Bürger höhere Steuern und Gebühren zahlen.

Von Harald Sagawe

Eine Übersicht über die Haushalte der Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis finden Sie in der Montagsausgabe der Werra-Rundschau.

 

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