Auftritt am Festivaldonnerstag

Madsen: Noch keine Zeit für Nostalgie

Eschwege. Madsen kennen sich aus auf dem Open Flair. Heute spielen die Indie-Rocker aus dem Wendland schließlich schon zum vierten Mal auf dem Festival rund ums Werdchen. Was die Shows alle gemeinsam hatten: Sie wurden von den Zuschauern frenetisch gefeiert.

Das belohnen die Veranstalter in diesem Jahr und lassen Madsen erstmals als Headliner spielen. Das Risiko dabei ist gering, denn auf die Band mit den drei Madsen-Brüdern kann man sich verlassen. Die Konzerte des live um Keyboarderin Lisa Nicklisch verstärkten Quartetts sprühen nur so vor Energie. Und die überträgt sich auf jeden, der vor der Bühne ihren Liedern lauscht.

In diesem Jahr haben Madsen mit dem zehnjährigen Bandbestehen einen zusätzlichen Grund zum Feiern. Ein sentimentales und stilles Genießen des bisher Erreichten ist aber ganz sicher nicht ihre Art des Zelebrierens. Im Gegenteil: Die Veröffentlichung des ersten Livealbums der Bandgeschichte im Juni dürfte nicht nur auf Seiten der Fans die Vorfreude auf die nächsten Madsen-Konzerte gesteigert haben, sondern auch bei den Musikern selbst, die sowieso beinah pausenlos vorhandene Lust aufs Touren nochmal angefeuert haben.

Die letzten Clubkonzerte von Madsen liegen mittlerweile schon ein halbes Jahr zurück: Die beinahe legendären fünf Hamburg-Shows im Dezember vergangenen Jahres, bei denen an jedem Abend ein anderes Album in voller Länge gespielt wurde, von Kennern der Band schlicht als die „Hamburger Tage“ bezeichnet, bedeutete für die Band „eine Werkschau, ein Rückblick auf alles, was man bis jetzt gemacht hat“, beschreibt Sebastian Madsen. Trotz Karriere-Rückschau und einer Art Zwischenfazit ist der Sänger und Gitarrist nach eigenen Aussagen „kein Nostalgie-Fan“.

Dabei kann er durchaus stolz sein, auf das, was Madsen in den vergang- enen zehn Jahren geschafft haben. Begonnen mit ihrem ersten kleinen Independent-Hit, der Debütsingle „Die Perfektion“, hat sich die Band stetig weiterentwickelt. Gut ablesbar auch an den immer höheren Chartpositionen ihrer Studioalben. Schaffte es der selbstbetitelte Erstling noch bis auf Rang 23, scheiterte das aktuell letzte reguläre Werk nur knapp an der Spitzenposition. Am Ende stand „Wo es beginnt“ ganze sieben Wochen auf Platz zwei.

Auf der Seebühne wird es heute Abend mit hoher Garantie Stücke von beiden Alben geben. Denn auf Madsen ist, wie gesagt, Verlass.

Von Lasse Deppe

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek/Digitalbild

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