Theater „Anu“ entführt die Zuschauer mit einer Vorstellung in den nächtlichen Wald

Märchen im Dunklen

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Schattenwald auf den Leuchtbergen.

Eschwege. Im Dunkeln ist bekanntlich gut Munkeln. Deshalb bringt das Berliner Theater „Anu“ im Grimmjahr 2013 die Märchen der Kasseler Gebrüder zurück an den Ort ihres Geschehens: In den dunklen Wald.

Theaterleiter: Stefan und Bille Behr

Wer am Mittwoch und Donnerstag, 8./9. Mai, ab 21.45 Uhr zum Start am Gasthaus Felsenkeller kommt, kann ein Theater-Erlebnis der besonderen Art erfahren. Bei der Aufführung von „Schattenwald“ wird alle 15 Minuten eine Gruppe Theaterbesucher von 30 bis 40 Personen in den Wald geführt.

Ausgerüstet sind sie mit LED-Laternen, die von dem Scherenschnitt-Künstler Albert Völkel gestaltet wurden. Im Wald am Leuchtberg erreichen sie dann auf einem etwa 75 Minuten dauernden Rundgang verschiedene Spielorte, an denen poetische Szenen aus Grimms Märchen vor ihren Augen entstehen. Sechs Schauspieler des Theaters zusammen mit Lichteffekten lassen traumhafte Sequenzen lebendig werden. Als Veranstalter des außergewöhnlichen Erlebnistheaters zeichnet der Kultursommer Nordhessen verantwortlich, zusammen mit Grimm 2013 und der Unterstützung durch Hessen-Forst. „Die Deutschen hatten schon immer ein besonderes Verhältnis zum Wald, was sich schon in der romantischen Kunst des 19. Jh. niedergeschlagen hat“, sagt Dr. Thomas Rysavy, Leiter des Forstamts Wehretal. „Jakob und Wilhelm Grimm empfanden den Wald als ursprünglichen Ort des Volksglaubens. Mit der Aufführung von Schattenwald werden die Zuschauer in diese Sehnsuchtslandschaft der Romantik zurückgeführt.“

Ihre Rolle beschränkt sich dabei aber nicht auf das reine Zuschauen. Indem die Besucher den nächtlichen Wald im Umgang von Station zu Station selbst aktiv erleben, werden sie zum Teil der Inszenierung. Je nach Wetterlage sollten deshalb feste Schuhe und geeignete Kleidung getragen werden. Zwischen den Bäumen beginnt dann die Märchenreise. „Jeder Wald ist anders, deshalb ist auch jede Aufführung einzigartig“, sagt Theaterleiterin Bille Behr. Karten gibt es an der Abendkasse. „So lange, bis die Schauspieler nicht mehr können“, sagt Bille Behr.

Von Kristin Weber

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