Mäusebussard hat es auf Jogger abgesehen

Werra-Meißner. Jogger sollten in den kommenden Wochen in Waldnähe vorsichtig sein: Der Mäusebussard zieht derzeit seine Jungen groß und reagiert aggressiv, wenn man sich zu schnell seinem Nest nähert, warnt Hessen-Forst. Dabei stürzen sie sich mit Gekreisch auf die vermeintlichen Angreifer, drehen aber meist kurz vorher ab.

„Die Geschwindigkeit ist Auslöser für den Angriff“, erklärt Ralf Meusel vom Forstamt in Hessisch Lichtenau. Deshalb seien vor allem Jogger gefährdet, während Spaziergänger unbehelligt auf demselben Weg unterwegs sein könnten.

Dem Ornithologen Wolfram Brauneis, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Werra-Meißner bei der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, sind aus den vergangenen Jahren mehrere Fälle bekannt, in denen Mäusebussarde Jogger attackiert haben. „Ein Nest befindet sich zum Beispiel am Leuchtberg in Eschwege. Da haben wir bereits Warnschilder aufgestellt“, sagt der Vogelforscher.

 Trotzdem weist er darauf hin, dass nicht jeder Mäusebussard aggressiv werde: Wie bei Menschen gebe es auch unter Vögeln empfindsamere und gelassenere Artgenossen. Das Verhalten sei zudem nur auf die Zeit beschränkt, in der die Greifvögel ihre Jungen aufziehen. Brauneis: „Das geht noch bis Mitte Juni, dann sind die Jungvögel selbstständig.“ Wie auch Hessen-Forst rät er Joggern, um einen Horst herum eine Gehpause einzulegen.

Zieht man doch die Aufmerksamkeit eines Mäusebussards auf sich, sollte man den Kopf mit den Armen abschirmen und sich langsam von der Angriffstelle entfernen. Auf keinen Fall, warnt Meusel, sollte man nach dem Vogel schlagen. „Das ist das falsche Signal und animiert zu ernsten Attacken.“ Dass die Tiere tatsächlich jemanden verletzen, passiere nur selten. Wer doch einen Kratzer davonträgt, sollte seinen Impfschutz gegen Tetanus prüfen lassen. (vre)

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