Stationäre Krankenhausaufnahmen sind gestiegen

Wieder mehr Jugendliche mit Alkoholvergiftung

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Werra-Meissner. Die Zahl der stationären Aufnahmen von Jugendlichen mit einer Alkoholintoxikation ist im Jahr 2013 gestiegen. In Eschwege und Witzenhausen wurden 32 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren in die Kliniken aufgrund einer Alkoholvergiftung aufgenommen. Im Jahr 2012 waren es 25. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der stationären Aufnahmen seit 2009 (34 Aufnahmen) erstmal wieder über 30.

Nach einer stationär behandelten Alkoholvergiftung bietet die Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werkes Eschwege-Witzenhausen ein sogenanntes Brückengespräch an. Dabei sprechen Mitarbeiter mit den Jugendlichen und Eltern über den Alkoholkonsum noch direkt im Krankenhaus. „Die Eltern sind meist noch betroffener“, sagt Harald Nolte, stellvertretender Dienststellenleiter der Fachstelle für Suchtprävention. Mit den Gesprächen hätten die Mitarbeiter sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt Nolte. Das Brückengespräch ist ein Teil des Alkoholpräventionsprojektes „HaLT“ (siehe Hintergrund).

Die jüngsten betroffenen Jugendlichen in den vergangenen neun Jahren seien zwischen 13 und 14 Jahre alt gewesen. Unter 13-Jährige wurden bisher selten behandelt, sagt Nolte. Häufig seien Gruppenzwang und Neugier die Gründe für einen übermäßigen Alkoholkonsum, sagt Jennifer Thomas von der Fachstelle für Suchtprävention. Ein Alkoholmissbrauch sei eher selten, da sich dieser erst über eine längere Zeit aufbaue.

Verantwortung übernehmen

Ein weiteres Angebot ist der Risiko-Check. Auffällige Jugendliche können an einem zweitägigem erlebnispädagogischen Programm teilnehmen, welches von der Fachstelle für Suchtprävention organisiert wird. Dabei geht es darum, den eigenen Umgang mit Alkohol zu reflektieren und eigene Grenzen kennen zu lernen. HINTERGRUND, KOMMENTAR

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