Regionalversammlung hat Offenlegung des Teilregionalplans Windenergie beschlossen

Meilenstein für Windkraft

Werra-Meissner. Bald könnten sich auch im Werra-Meißner-Kreis riesige Windräder drehen: Gestern hat die Regionalversammlung beim Regierungspräsidium Kassel (RP) die Offenlegung des Teilregionalplans Windenergie beschlossen und damit die Windkraftplanungen in die nächste Runde geschickt.

„Der Beschluss heute ist ein Meilenstein für die Windkraft“, sagte der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Timon Gremmels. Nordhessen könnte 68 Prozent des Energiebedarfs mit Windkraft selbst decken, zudem bliebe eine Wertschöpfung von rund 300 Millionen Euro in der Region, erklärte er. Diese Argumentation stößt beim Naturschutzbund Werra-Meißner auf Unverständnis: „Es geht hierbei nur um politische Profilierung und Schaffung von Einnahmequellen, ohne die Risiken zu prüfen“, sagte der Nabu-Kreisvorsitzende Konrad Volkhardt.

Insgesamt werden im Teilregionalplan für Nordhessen 17 000 Hektar für Windkraftanlagen ausgewiesen. „Wir wollen damit an der Flächennutzung von zwei Prozent für Windenergie festhalten, die der hessische Energiegipfel vorgegeben hat“, erklärte Wolfgang Kaivers, Dezernatsleiter Regionalplan im RP. Für den Werra-Meißner-Kreis sind im Plan 17 Standorte mit etwa 1400 Hektar als Vorrangflächen für Windkraft ausgewiesen (wir berichteten). Mit dabei ist, auf Antrag der SPD-Fraktion, auch eine Fläche südlich von Grandenborn, die in einer Wasserschutzzone II liegt. Ebenfalls auf Antrag der SPD wird zudem das FFH-Gebiet Werra- und Wehretal auf mögliche Teilflächen überprüft, die Ergebnisse sollen in die zweite Beratungsrunde im Herbst einfließen.

Aufgestellt werden könnten vielerorts bis zu 135 Meter hohe Riesen-Windräder. Hintergrund ist, dass Windräder sich nur in windeffizienten Gebieten drehen sollen, weshalb man sich bei den Vorrangflächen auf Gebiete mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 5,75 Metern pro Sekunde geeinigt hat. „In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Flächen größtenteils über 350 Meter Höhe und zudem im Wald liegen“, sagte Kaivers.

Vom 5. März bis 14. Mai liegt der Teilregionalplan in der Kreisverwaltung sowie dem RP aus. „Wir bitten alle Anwohner und Betroffene, nehmen Sie die Möglichkeit Einsprüche einzulegen und Anregungen einzureichen ernst, wir werden alle überprüfen“, sagte Gremmels. Die Möglichkeit zur Stellungnahme besteht bis zum 29. Mai.

Von Diana Rissmann

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