Eschwege soll Kosten für Gewässerbeobachtung alleine tragen

Meinhard will nicht für den Werratalsee zahlen

Eschwege. Die Gemeinde Meinhard will sich nicht länger an der Finanzierung der Sanierung des Werratalsees beteiligen.

Die Kreisstadt Eschwege wird deswegen zunächst allein einen Auftrag zum Gewässer-Monitoring erteilen und finanzieren. Diese Beobachtung des Sees über eine komplette Vegetationsphase ist Grundlage für die Sanierungsmaßnahmen im kommenden Jahr. Vorgesehen ist in 2017 unter anderem auch eine Aluminiumfällung zur Klärung des Gewässers.

Die Fraktionsvorsitzenden haben gegenüber dem Magistrat vorab Zustimmung erteilt zu einer entsprechenden Auftragsvergabe mit einem Kostenvolumen von bis zu 150 000 Euro. Ziel ist es, die Gemeinde Meinhard wie in der Vergangenheit anteilig daran zu beteiligen, ebenso an den zukünftigen Sanierungskosten, die ein Vielfaches dieses Betrags ausmachen dürften. In der Vergangenheit haben Eschwege und Meinhard die Kosten in Zusammenhang mit dem Werratalsee zu gleichen Teilen bezahlt.

Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill weist jetzt entsprechende Forderungen aus der Kreisstadt zurück. „Wir stehen unter vorläufiger Haushaltsführung und haben ganz andere Baustellen“, sagt Brill und verweist auf die prekäre Haushaltslage: „Wir diskutieren über die Schließung von Kindergärten.“

Der Meinharder SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Mengel will wenigstens die Kostenverteilung zugunsten seiner Gemeinde verändern. „Wir könnten den See als Teil des Tourismuszweckverbandes betrachten und die dort übliche Kostenteilung von 25 zu 75 Prozent anwenden“, sagt er. In Meinhard werde auch darüber diskutiert, den See komplett sich selbst zu überlassen.

Erst Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte Bürgermeister Brill eine Rechnung zurückgehen lassen, mit dem Hinweis, Meinhard habe die Aufträge nicht mitgezeichnet.

Von Harald Sagawe

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