Haben Jugendliche eine Alkoholvergiftung bietet das Projekt „Halt“ Unterstützung

Meist sind es 1,8 Promille

Verantwortungsvoll Alkohol trinken: Das Projekt „Halt“ hilft Jugendlichen richtig mit Alkohol umzugehen. Foto: dpa

Eschwege. Bisher sind es in diesem Jahr 16 Jugendliche: Wegen einer Alkoholvergiftung wurden sie in die Krankenhäuser in Eschwege und Witzenhausen eingeliefert. Im Jahr 2007 waren es noch insgesamt noch 40 Fälle. Seit 2010 hat sich die Zahl auf um die 25 Jugendliche im Jahr eingependelt.

Denn seit dem gibt es das Projekt Hart am Limit (Halt) im Werra-Meißner-Kreis. Halt ist ein bundesweites Projekt, dass Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren verhindern will.

„Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, können die Eltern das Krankenhaus von der Schweigepflicht entbinden“, sagt die Koordinatorin des Halt-Projektes Tabea Bosch. Wünschen die Eltern die Beratung durch die Mitarbeiter des Projekts, nehmen diese Kontakt zu der Familie auf. Im Anschluss findet ein Gespräch statt.

Gemeinsam gegen Alkoholmissbrauch: (vorne) Martin Arnold, Past Präsident Rotary Club, (hinten von links) Harald Nolte, Leiter Fachstelle Suchtprävention, Ulrich Bernhardt, Präsident Rotary Club, Tabea Bosch, Koordination Halt-Projekt, und Jennifer Thomas von der Fachstelle Suchtprävention. Foto: Sasse

Wie die Jugendlichen auf ihren Alkoholexzess reagieren? „Ihnen ist das total peinlich“, sagt Bosch. „Sie sind nicht stolz darauf.“ Wie es typischerweise zu der Alkoholvergiftung kommt? „Meist ist Hochprozentiges mit im Spiel.“ Die Jugendlichen mischen ihre Getränke oft selbst. „Dann ist die Hälfte Schnaps und die andere Hälfte Cola oder O-Saft“.

Sie könnten dann nicht mehr einschätzen, wie viel puren Alkohol sie eigentlich getrunken hätten. Der Durchschittspromillewert mit dem Jugendliche ins Krankenhaus kommen, liege bei 1,8 Promille. „Manche kommen schon mit 1,4 Promille ins Krankenhaus“.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, setzten die Halt-Mitarbeiter beispielsweise auch auf die Zusammenarbeit unter anderem mit der Polizei, Festveranstaltern, Vereinen, Einzelhändlern und Jugendmitarbeitern. Dabei soll Alkohol nicht verboten, sondern ein verantwortungsvoller Umgang gefördert werden.

Um das Projekt zu unterstützen, hat der Rotary Club Eschwege nun 1500 Euro gespendet. „Das Projekt hat Hand und Fuß“, begründet Martin Arnold, der Past-Präsident des Rotary-Club die Entscheidung das Geld Halt zu spenden. „Es hilft, das Alkoholmissbrauch nicht Tor und Tür geöffnet wird.“

Von Lara Sasse

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