Erstmals  überdachter Trödelmarkt am Hessenring

„Mer habbe ka Gelump“

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Inge Orth und Bernhard Fecher trödeln für ihr Leben gern. Dabei kommt es ihnen nicht nur darauf an, zu verkaufen, sondern auch, mit netten Leuten ein kleines Schwätzchen zu halten.

Eschwege. Die Auflösung ihres großen Bauernhauses in Aschaffenburg und der Umzug in eine Eigentumswohnung nach Bad Sooden-Allendorf brachten Inge Orth zum Trödeln.

„Ich musste mich verkleinern und fand die Sachen zum Wegwerfen einfach zu schade“, erklärt die Händlerin, die es im Alter in die Kurstadt gezogen hat. Der Vater war dort einige Male zur Kur gewesen und sie hatte ihn oft besucht. „Ich stell mich doch mit meinen Sachen nicht auf die Straße“, hatte Inge Orth empört geantwortet, als ihr ein Bekannter vorgeschlagen hatte, ihren überflüssigen Hausrat auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Das ist nun zwölf Jahre her.

Mittlerweile trödelt die Wahl-Kurstädterin für ihr Leben gern und war selbstverständlich auch sofort dabei, als sie vom ersten Hallenflohmarkt in Eschwege hörte. „Im Sommer sind mein Lebensgefährte und ich jeden Sonntag beim Trödeln im Kurpark dabei“, berichtet Inge Orth. Nur jetzt im Winter sei es doch recht langweilig zuhause in den vier Wänden, der Großhallenflohmarkt kam ihnen da gerade recht.

Das Trödeln sei nicht nur Hobby, sondern habe auch großen Unterhaltungswert, sind sich Inge Orth und ihr Lebensgefährte Bernhard Fecher einig: „Nicht die drei Groschen, die man beim Trödeln verdient, sondern dass man dauernd neue Leute kennenlernt und alte Bekannte wiedertrifft, das macht es aus.“

Von Freunden, Bekannten und Verwandten bekommt das Paar ständig neue Ware zum Verkaufen. Beim Trödeln komme es ihnen nicht so sehr darauf an, dass jeder Kunde etwas kaufe, auch ein nettes Gespräch oder die Aussage, dass sie schöne Dinge anbieten, erfreue die Händler. „Mer habbe ka Gelump“, stellt der Bad Füssinger Bernhard Fecher klar. Dass ihr Hobby immer ein ganzes Wochenende in Anspruch nimmt stört das Paar nicht. „Wir haben Freitagnachmittag aufgebaut und sind Samstag und Sonntag seit sieben Uhr vor Ort gewesen“, berichten die beiden.

Sehr zufrieden und zuversichtlich zeigte sich Veranstalterin Petra Nickel: „Mit so einem guten Betrieb habe ich nicht gerechnet“, gestand die Besitzerin des Second Style. Bis zu 80 Händler tummelten sich an beiden Tagen in der Halle der ehemaligen Druckerei Keitz und Fischer.

Von Gudrun Skupio.

Die nächsten Termine für den Großhallenflohmarkt stehen bereits fest:  Am zweiten und dritten März öffnet Petra Nickel die Halle wieder für Trödel- und Sammelwütige, nach der Sommerpause geht es am 16. und 17. November weiter.

 

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