61-Jähriger verletzte Geschäftspartner schwer an Hals und Bauch

Messerstecher muss für 2,5 Jahre ins Gefängnis

Eschwege. Zwei Jahre und sechs Monate muss ein Mann (61) aus Witzenhausen ins Gefängnis, weil er einen ehemaligen Geschäftspartner (62) niedergestochen hat. „Sie sind hier haarscharf an einem Tötungsdelikt vorbeigeschrammt“, sagt der Vorsitzende Richter Dr. Alexander Wachter in seiner Urteilsbegründung.

Die Verletzungen haben das Opfer in Lebensgefahr gebracht. Nur durch eine Notoperation konnte der Mann gerettet werden.

Der Angeklagte und das Opfer hatten ein halbes Jahr lang gemeinsam einen Schrotthandel betrieben. Das Altmetall haben sie zu Verwertern gebracht, der 61-Jährige quittierte mit seiner Unterschrift immer den Empfang des Geldes. Aufgrund der Mengen, die die beiden ablieferten, wurde das Finanzamt auf sie aufmerksam. Weil sie keine Umsatzsteuer zahlten, verlangte das Finanzamt das Geld nachträglich. Opfer und Angeklagter einigten sich darauf, das Geld gemeinsam zurückzuzahlen. Als der ehemalige Geschäftspartner zum ersten Mal eine Rate nicht aufbringen konnte, wurde der Angeklagte ungehalten.

Am 1. Dezember 2012 suchte der 61-Jährige die Wohnung des späteren Opfers auf. Noch im Treppenhaus kam es zu einem Streit zwischen den Beiden. Im Verlauf der Diskussion, die auch kurzzeitig handgreiflich wurde, zog der Angeklagte ein Messer aus der Jackentasche und stach zweimal auf den 61-Jährigen ein. Einmal traf er ihn am Hals, einmal im Bauch. Anschließend ließ er von seinem Opfer ab und entfernte sich vom Tatort mit dem Hinweis, dass der 61-Jährige sich doch einen Krankenwagen rufen sollte.

Vor dem Amtsgericht in Eschwege war der Angeklagte am Mittwochvormittag voll geständig und entschuldigte sich bei dem Opfer, der ihm nicht verzeihen wollte. Der Staatsanwalt hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigerin plädierte für eine Bewährungsstrafe.

Von Tobias Stück

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