Moderne und energetisch sanierte Wohnungen fehlen im Kreis

Mieten: Preise stabil, aber Qualität schlecht

Eschwege. Die Mietpreise in der Kreisstadt Eschwege und in der Umgebung sind stabil, entwickeln sich allerdings vorsichtig nach oben. Das berichten der Mieterverein Nordhessen und Immobilienmakler im Kreis einvernehmlich.

2,50 bis 4,50 Euro pro Quadratmeter auf dem Dorf und vier bis sechs Euro in Städten wie Eschwege, Witzenhausen oder Hessisch Lichtenau. Dabei schwanke die Qualität der angebotenen Objekte erheblich.

„Manche Wohnungen werden nicht in einem Zustand angeboten, da herrschen Zustände“, sagt Peter Eberhardt von der Immobilienabteilung der Sparkasse Werra-Meißner. Wohnungen seien vollkommen veraltet, energetische Sanierung sei im Kreis nicht verbreitet. „Im Bestand zu sanieren lohnt sich für den Vermieter nicht, weil man die Mieten anschließend nicht so stark anheben kann“, sagt Eberhardt. Auf der anderen Seite verursachen ungedämmte Häuser viele Nebenkosten, die niemand zahlen möchte. Für renovierte und gedämmte Wohnungen auf der Struth und im Magnolienweg in Eschwege bekommen Vermieter etwa sechs Euro pro Quadratmeter.

Am stärksten nachgefragt sind Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen. Sie werden auf dem Markt auch am häufigsten angeboten. Ein-Zimmer-Apartments und große Wohnungen ab fünf Zimmern sind selten in Umlauf. „Die Mieter dieser großen Wohnungen ziehen nicht aus, weil es für sie keine adäquaten Alternativen gibt“, sagt Egon Oeste, Immobilienmakler aus Hessisch Lichtenau.

Zwei Immobilienarten werden im Moment besonders gesucht, Einfamilienhäuser mit Garten und barrierefreie Wohnungen. „Für altersgerechte Wohnungen kann man auch höhere Mieten verlangen“, sagt Ernst Vosmer von VR-Immobilien. Er hat festgestellt, dass der Stopp des Bevölkerungsschwundes daran liegen könnte, dass immer mehr alte Menschen in den Kreis ziehen, um hier ihren Lebensabend zu verbringen.

Von Tobias Stück

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