Vegetation für März schon ungewöhnlich weit vorangeschritten

Milde Temperaturen sind gut für die Ernte

Früh dran: Landwirt Rainer Eschstruth aus Reichensachsen konnte in diesem Jahr schon zeitig mit dem Düngen seiner Felder beginnen, weil sie so gut abgetrocknet waren. Foto: Carl-Heinz Greim

Eschwege. Die milden Temperaturen zurzeit und in den vergangenen Monaten können sich positiv auf die Ernte auswirken – wenn es nicht noch mal richtig kalt wird.

„Die Vegetation ist schon ungewöhnlich weit vorangeschritten“, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner. „Wenn es jetzt keinen Frost mehr gibt und es genug regnet, wird sich das günstig auf den landwirtschaftlichen Ertrag auswirken.“ Wie die Ernte in diesem Jahr aber tatsächlich ausfalle, könne man erst Ende Juni sagen.

Denn die Gefahr besteht, dass es im März oder April Frost gibt. „Wenn ein Tief in die Region zieht, dass minus zehn Grad kalte Temperaturen bringt, könnten die Pflanzen erfrieren“, sagt Herbert Wicke, Landwirt aus Jestädt. „Die kritische Zeit ist noch nicht geschafft.“

Auch Landwirt Rainer Eschstruth aus Reichensachsen will den Tag nicht vor dem Abend loben: „Die Ernte hängt von so vielen Faktoren ab, da kann man noch nichts voraussagen.“ Ein klarer Vorteil des milden Wetters sei aber, dass man die Felder in diesem Jahr früher düngen konnte, weil sie schon gut abgetrocknet waren. „Letztes Jahr war ich damit gut fünf Wochen später dran“, sagt der Landwirt. Spargelbauern müssen sich um das kommende Wetter kaum Sorgen machen. Im Gegensatz zu Weizen, Raps und Gerste passiert dem Gemüse nämlich nichts, wenn es noch mal kalt werden sollte. „Der Spargel bleibt dann einfach sitzen“, erklärt Brigitte Klenke aus Bad Sooden-Allendorf, deren Familie Spargel anbaut. „Wenn die Temperaturen aber mild bleiben, sind wir mit der Ernte vier Wochen früher dran als sonst.“

Mehr Ungeziefer, das den Winter überlebt hat, sehen viele Landwirte aber nicht kommen. „Wenn mehr Schädlinge den Winter überstehen, überleben auch mehr Nützlinge“, erklärt Getreidebauer Hartmut Thiele aus Oberhone.

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Von Theresa Ziemann

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