Hühnerkot wird als Düngemittel verwendet - Gefahr durch resistente Keime

Mist aus Holland auch auf Feldern im Kreis

Werra-Meißner. Im Werra-Meißner-Kreis wird Hühnermist aus Holland als Dünger auf die Felder ausgebracht. Problematisch an dem Mist ist, dass er durch übermäßige, präventive Zugabe von Antibiotika - wie es in der Massentierhaltung üblich ist - multiresistente Keime enthalten kann.

Nicht selten enthält der Kot aus Massentierhaltung auch Tierkadaver, die eine wahre Brutstätte für Krankheitserreger darstellen und gesetzlich verboten sind. Gefährlich wird es für Mensch und Tier auch, wenn sich die Landwirte nicht an die Lagervorschriften halten und die Haufen nicht abdecken, so dass die Keime durch Stäuben ungehindert bis zu 100 Meter weit getragen werden können.

„Unseren Unterlagen zufolge haben in den letzten Jahren circa ein halbes Dutzend Betriebe im Werra-Meißner-Kreis Geflügelmist abgenommen“, sagt Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Waren die Zahlen von 1446 Tonnen im Jahr 2008 im nächsten Jahr mit 200 Tonnen stark rückläufig, wurde seitdem ein kontinuierlicher Anstieg bis auf 4490 Tonnen im Jahr 2012 verzeichnet. Hessenweit wird diese Tendenz von 2548 Tonnen 2009 auf 18 985 Tonnen in diesem Jahr bestätigt. In der gesamten Bundesrepublik waren es 2011 insgesamt 1,5 Millionen Tonnen Gülle und Mist.

„Die Mengen haben in den letzten zwei, drei Jahren deutlich zugenommen, trotzdem ist es riskant daraus schon einen Trend ablesen zu wollen“, gibt Michael Conrad zu bedenken. Schätzungsweise werden jedoch 90 Prozent aller Lieferungen gar nicht erfasst, da sie mit einer Menge von unter 200 Tonnen nicht meldepflichtig sind. Bei Kontrollen wird der Mist lediglich auf Phosphate und Nitrate, jedoch nicht auf multiresistente Keime überprüft und das, obwohl bundesweit hunderte von Erkrankungen mit diesen Keimen beobachtet werden, deren Ursache nicht geklärt ist.

Von Gudrun Skupio

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