Eschweger Kunstverein zeigt im Hochzeitshaus eine Ausstellung des renommierten Cartoonisten Til Mette

Man muss auch loslassen können

Im Mittelpunkt: Die Ausstellung zeigt auch Karikaturen aus Mettes Buch „Gott, oh Gott…“.

Eschwege. Mit Zeichnungen der besonderen Art startet der Kunstverein Eschwege in das Ausstellungsjahr 2014. Til Mette ist der wohl bedeutendste Vertreter des US-amerikanischen Cartoon-Stils in Deutschland. Nicht ohne Grund war er derjenige, der 1995 als Nachfolger des legendären US-Cartoonisten Gary Larson beim Magazin Stern ausgewählt wurde.

Vom 31. Januar bis 28. März sind seine Werke während der „Caricatura - Galerie für Komische Kunst“ im Hochzeitshaus Eschwege zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung „Man muss auch loslassen können“ am Freitag, 31. Januar, um 19 Uhr mit der Eröffnungsrede von Reinhard Umbach alias Hessenhenner.

Til Mette

14 Jahre lang - von 1992 bis 2006 - lebte Til Mette in New York. Der gebürtige Bielefelder sieht deutliche Unterschiede zwischen dem Humor in seinem Heimatland und den USA: „Die Amerikaner wollen ein Thema lustig rüberbringen, und die Deutschen wollen eher belehren.“ Mette selbst liegt die amerikanische Haltung mehr. Ihm sei nicht daran gelegen, den Leuten einen Spiegel vorzuhalten. „Ich bin nicht der, der anderen sagt: ‚Da geht’s lang.’ Ich fühle mich aber stark genug, beim Stern zu sagen, was ich meine. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich unbedingt Recht habe.“ Im Stern erscheinen Mettes Cartoons seit mittlerweile 19 Jahren wöchentlich und exklusiv. Dort bearbeitet er nun drei Themen pro Heft - also ganze 160 Cartoons im Jahr.

Mette wollte immer bei einer Zeitung arbeiten - allerdings ursprünglich als Schreiber. „Aber dann war relativ schnell klar, dass die Leute mich für einen besseren Zeichner hielten.“ Mittlerweile ist das Zeichnen zu seinem Traumjob geworden. „Es ist die Vorstellung, in sehr großer Freiheit das zu tun, was ich möchte. Ohne sich dabei zu verbiegen und dafür auch noch Geld zu bekommen, kommt paradiesischen Verhältnissen gleich“, sagt Mette. Und so sind seine Zeichnungen denn auch schnörkellos und pointiert.

Als Grundlage für die Ausstellung „Man muss auch loslassen können“ dient Til Mettes Band in der vom Antje-Kunstmann-Verlag herausgegeben Reihe „Meister der Komischen Kunst“. Die Ausstellung in Eschwege zeigt dieses Best of von Til Mette, gemischt mit aktuellen Cartoons. Ergänzt wird die Schau mit Arbeiten aus Mettes Buch „Gott, oh Gott…“. Darin kriegen die Religionen und ihre Vertreter ihr Fett weg. Zielsicher nimmt sich Mette eine Religion nach der anderen vor, zerlegt sie in ihre Einzelteile und setzt sie wieder zusammen, wie es ihm gefällt. (red)

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