Tödliche Regenfahrt

Nach tödlichem Unfall auf A 4: Landgericht verwirft Berufung

Kassel. Das Landgericht Kassel hat gestern das Urteil gegen einen 36-Jährigen aus Gießen bestätigt, der im Juni 2013 einen tödlichen Unfall auf der A 4 bei Herleshausen verursacht hat.

Gegen das Urteil des Eschweger Amtsgerichtes – neun Monate Haft zur Bewährung – hatte er Berufung eingelegt. Diese wurde abgewiesen.

Das Unfallgeschehen war dabei unstrittig: Bei starkem Regen war der Angeklagte gegen 14 Uhr auf der Autobahn zwischen Bad Hersfeld und Eisenach mit seinem Mercedes Cabrio unterwegs gewesen. Obwohl seine Reifen nur noch ein Profil von etwas über zwei Millimetern aufwiesen, fuhr er 150 Stundenkilometer. Wenige Minuten vorher war ein Audi wegen Aquaplaning ins Schleudern gekommen, war gegen die Betonwände am rechten Fahrbahnrand geprallt und hatte sich überschlagen.

Ein heute 26-jähriger Student aus Göttingen hielt an, um dem unverletzt gebliebenen Fahrer zu helfen, ebenso ein 84-jähriger Rentner aus Gerstungen, der in seinem Golf sitzend auf dem Seitenstreifen stand. In dem Moment verlor der Angeklagte die Gewalt über seinen Wagen, der mit etwa 140 km/h auf das Heck des Golfs prallte, weiter schleuderte und den Studenten erfasste, der gerade mit einem Warndreieck die Unfallstelle sichern wollte.

Der Rentner starb in seinem Golf, der Student wurde schwer verletzt, erlitt zahlreiche Knochenbrüche und Gesichtsverletzungen, verlor zwölf Zähne. Bis heute, so sagte er gestern als Zeuge aus, sei er neun Mal operiert worden, er müsse mit bleibenden Schäden rechnen. Verteidiger Wolfgang Ferner hatte die Berufung damit begründet, die erhöhte Aquaplaning-Gefahr durch die Betonwände am Autobahnrand, die den Abfluss des Wassers behinderten, sei vom Amtsgericht nicht hinreichend gewürdigt worden.

Staatsanwältin Riester hingegen hatte dafür plädiert, das Urteil des Amtsgerichtes zu bestätigen.

Von Thomas Stier

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