Langjähriger Schulleiter geht in den Ruhestand

"Goodbye" nach über 40 Jahren: So verlief Manfred Zindels Verabschiedung

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Nur zwei von zahlreichen Geschenken: Manfred Zindel (vorne) mit seiner Ehefrau Christa sowie dem leitenden Schulamtsdirektor Gerhard Finke (links), Zindels Stellvertreter Ekkehard Götting (Mitte) und Landrat Stefan Reuß. 

Eschwege. Sein Platz war über vier Jahrzehnte lang nah bei den Schülern, bekannt ist er für seine aufwendigen Tafelbilder: Der langjährige Leiter der Beruflichen Schulen, Manfred Zindel, wurde gestern mit lobenden Worten in den Ruhestand verabschiedet.

Zur Feier waren nicht nur das aktuelle Kollegium und einige Schüler anwesend, sondern auch ehemalige Weggefährten, Freunde sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Mit einer großen Portion Humor leitete Zindels derzeitiger Stellvertreter Ekkehard Götting den offiziellen Teil ein: „Wir danken dir für deine wertvolle Arbeit, aber den Rekord hast du nicht geknackt. Dein Vorgänger hat länger durchgehalten.“ Trotzdem habe Zindel den Schulalltag unvergleichlich geprägt und die Schule nachweislich vorangebracht. Ein „Best of“ seiner gesamten Zeit als Schulleiter überreichte Götting anschließend - Tafelbilder, 726 Rundschreiben und Fotos, zusammengefasst in einem dicken Aktenordner.

Integration von Flüchtlingen vorangetrieben

Der leitende Schulamtsdirektor Gerhard Finke betonte, wie Zindel seinen Schülern stets zahlreiche Entwicklungschancen aufzeigte, um deren Höchstleistungen abzurufen. Auch aktuellen Anforderungen, wie der Integration von Flüchtlingen, sei Zindel mit ruhigem Kopf begegnet. „Sie können stolz auf das Geleistete sein“, sagte Finke.

Landrat Stefan Reuß verdeutlichte die allgemeine Lage im Kreis: „In den vergangenen zwölf Monaten sind sechs Schulleiter in unserem Kreis in den Ruhestand gegangen. Menschen wie Sie, Herr Zindel, werden in Zukunft fehlen.“

An die Freizeit gewöhnen

Der Schulleiter selbst, noch bis Ende des Monats offiziell im Amt, war sichtlich berührt von den zahlreichen positiven Redebeiträgen. Nachdem er kurz nach den passenden Worten suchte, gab er zu: „Ich wusste bis eben nicht, wie ich diesen heutigen 7. Juli hinter mich bringen sollte. Es hätte auch sein können, dass mir die Stimme versagt. Jetzt aber stelle ich fest: Dieser Festakt heute hat mir unglaublich gut gefallen. Ich bin überwältigt von den vielen schönen gesprochenen Worten“. Die nächsten Wochen möchte Zindel dazu nutzen, sich erst einmal an seine neu gewonnene Freizeit zu gewöhnen. Die Beruflichen Schulen zu leiten, sei eine Herausforderung gewesen, die er gerne angenommen habe. Schon seit den Anfängen habe er darauf geachtet, mit Weit- und Umsicht zu walten, um die Schule auf die Zukunft vorzubereiten.

Ganz deutlich wurde das am Ende der Rede des Schulleiters: Mit warmen Worten bedankte sich Manfred Zindel nicht nur bei den bereits anwesenden Gästen, sondern auch bei den schulischen Reinigungskräften, die in der Zwischenzeit - unbemerkt von allen anderen Gästen - den Raum betreten hatten.

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