Naturschutzverbände appellieren an Jäger

Wegen der Hasenjagd: Ist der Osterhase in Gefahr?

Zählt zu den gefährdeten Arten: Der Feldhase. Foto: Uli Klein

Werra-Meissner. Die Naturschutzverbände Nabu, BUND und HGOB fordern anlässlich des Osterfestes die hessischen Jäger auf, künftig ganzjährig auf die Hasenjagd zu verzichten.

„Der Feldhase wird bei uns immer seltener und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten“, sagt Nabu-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Demnach würden jährlich zirka 3000 Exemplare in Hessen geschossen.

Den Grund für stetig sinkende Bestände sieht man beim Bundesamt für Naturschutz aber nicht in der Jagd, sondern vielmehr im stetig schwindenen Lebensraum der Tiere. „Grund dafür ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft“, sagt die Amtspräsidentin Professorin Beate Jessel. Sie glaubt, dass zur Verbesserung des Lebensraums mehr Brachflächen in Acker- und Grünlandgebieten nötig seien. Diese bieten den Tieren viel Deckung. Würden diese Flächen stärker berücksichtigt, würden auch andere Tiere wie Rebhühner und Feldlerchen davon profitieren. Oliver Conz, Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) ergänzt den massiven Einsatz von Dünger und Pestiziden in der Landwirtschaft als weiteren Grund für den schlechten Zustand der Bestände. Die Verfolgung der Jäger, unterstreicht er, sei nicht der Grund. Sie könnten aber durch den Verzicht auf Abschüsse einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Hasen nicht weiter zu verdrängen.

Dr. Jörg Brauneis

Auch Sigrid Erfurth, Landtagsabgeordnete der Grünen aus Neu-Eichenberg, fordert, auf einen Abschuss von Hasen zu verzichten. Verbraucher sollten zudem Bioprodukte kaufen, da ein Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel ganz direkt den Hasen helfe.

Dr. Jörg Brauneis vom Eschweger Jagdverein Hubertus sieht die Forderung der Naturschutzverbände kritisch. „Bei der Veröffentlichung kurz vor Ostern wird auf die emotionale Komponente abgezielt“, sagt er. Die Probleme seien den heimischen Jägern längst bekannt. Daher würden sie schon seit Jahren weitestgehend auf den Abschuss der Tiere verzichten. Die Zahl der Feldhasen in heimischen Gebieten sei zwar gering, werde aber weder schwächer noch erhole er sich. Im Werra-Meißner Kreis waren es in der Jagdsaison 2014/2015 (April bis März) 49 Hasen. Die Zahlen sind stark rückläufig. 2012/2013 waren es noch 82 Abschüsse, im Folgejahr 57, berichtet Kreissprecher Jörg Klinge.

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