Drei weitere Trassen

Neue Stromleitungen in Nordhessen und Südniedersachsen geplant

Werra-Meißner. Es gibt Pläne für weitere Starkstromleitungen durch die Region. Laut dem Entwicklungsplan der Bundesnetzagentur sind drei weitere Trassen von Schleswig-Holstein nach Bayern und Baden-Württenberg vorgesehen.

Sie würden mitten durch Nordhessen und Südniedersachsen verlaufen. Gegen die Pläne formiert sich Widerstand. Noch bis zum 2. November können dazu Bedenken vorgebracht werden. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Keine-380-kV-Freileitung im Werra-Meißner-Kreis“, Klaus Rohmund, geht davon aus, dass die Leitungen auch durch Gebiete laufen könnten, die bisher von großen Trassen verschont geblieben waren. Rohmund gilt seit seinem Engagement gegen die 380-kV-Leitung von Wahle nach Mecklar bundesweit als Ansprechpartner zu Bürgerinitiativen. Wo und wie die Leitungen gebaut werden sollen, ist unklar. Denkbar sei, dass auf die kürzlich genehmigte Trasse zwischen Wahle und Mecklar weitere Leitungen aufgesetzt werden.

Allerdings reichen die Kapazitäten nach Rohmunds Einschätzung nicht für alle drei Leitungen aus. Die Konsequenz wären neue Leitungen beziehungsweise ein Aufbau auf bestehende Trassen durch die Kreise Göttingen, Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Northeim, Schwalm-Eder und Werra-Meißner. Die neuen Leitungen sollen zwischen 2017 und 2022 in Betrieb gehen.

Mittlerweile hat die Bundesnetzagentur den Netzentwicklungsplan und den dazugehörigen Umweltbericht der Öffentlichkeit zur Konsultation gestellt. „Jeder kann sich daran beteiligen“, so Rohmund. Sobald die Trassenplanung erst konkret wird, wäre „ein Protest wenig rechtsrelevant und kaum wirksam“.

Ihm gehe es nicht darum, jeglichen Netzausbau zu verhindern, sagte Rohmund. Wichtig sei nur die Bürger einzubeziehen, um mögliche Belastungen für Anwohner weitgehend zu mindern. (clm)

Mehr zu diesem Thema in der Donnerstagsausgabe der Werra-Rundschau.

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