Kirche hat ein neues Dach

Niederhone: Eröffnungsgottesdienst nach der Kirchensanierung am Sonntagmittag

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Von außen sieht die Kirche aus wie immer: Der Dachstuhl wurde jedoch mit einer modernen Holzkonstruktion neu errichtet. Pfarrer Anton Becker ist stolz, denn ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen wie Günther Hohmeier wäre dies nicht möglich gewesen. Foto: Weber

Niederhone. Der Turm ist der älteste Teil der evangelischen Kirche von Niederhone. 1508 steht hier als Jahreszahl am Mauerwerk. Das Kirchenschiff wurde 1896 im neugotischen Stil neu errichtet. Allerdings waren im Laufe der Zeit im Dachgebälk unliebsame Mitbewohner eingezogen, Anubien (Holzwürmer) und der Hausbock.

„Es gab keinen Balken, der im Grunde nicht befallen war“, sagt Pfarrer Anton Becker. „Die Frage war nur, wie man eine Sanierung umsetzen soll. Entschieden haben wir uns dafür, das Erscheinungsbild des Dachstuhls nach außen hin zu erhalten. Innen ist jedoch eine komplett neue Dachkonstruktion aus Fichtenholzbalken mit den Mitteln von heute entstanden.“

Von Juli bis September letzten Jahres stand die Kirche deshalb ohne Dach da und Pfarrer Becker und seine 45 freiwilligen Helfer hofften auf möglichst wenige Regentage auf der Baustelle. Jetzt ist das neue Dach fertig, und auch im Innenraum der Kirche wurde viel getan. Rund 4000 Arbeitsstunden leisteten die emsigen Helfer, um die Kosten durch viel Eigenarbeit möglichst gering zu halten. So erhielt der Innenraum einen neuen Anstrich in hellen Farben. Ein Großteil der Kirchenbänke wurde wärmebehandelt, um die Holzwürmer auch in diesem Holz zu bekämpfen. Anschließend wurden sie in Hellgrau und Rosa neu gestrichen.

„Vieles von dem, was wir getan haben, sieht man auf den ersten Blick nicht“, sagt Pfarrer Becker. Etwa den Deckenanstrich unter der Empore oder dass viele der offenliegenden Hölzer geölt wurden. Auch die Elektrik wurde neu verlegt und die farbigen Glasfenster repariert. „Manche der Risse im Glas waren schon so groß gewesen, dass die Sonne durchschien“, sagt Anton Becker. Also wurde das bunte Glas geklebt und von außen eine Schutzverglasung vor das Kirchenfenster gesetzt, sodass die Glasbilder nun keinen Wettereinflüssen mehr ausgesetzt sind. Sie sind nur noch vor die Fenster vorgesetzt.

Insgesamt kostete die Sanierung 567 000 Euro, wobei der neue Dachstuhl das meiste Geld verschlang. Die Innenrenovierung und die Restaurierung der Fenster wurden vor allem durch den persönlichen Arbeitseinsatz und den großen Spendenwillen der Niederhöner getragen. Durch Aktionen wie das Baustellenkonzert, das Sonnenblumenfeld und ein Schlachteessen zugunsten der Kirchenfenster kam eine gute Summe zusammen. „Viele Gemeindemitglieder fühlen sich mit ihrer Kirche verbunden, sie haben hier ihre Konfirmation gefeiert oder geheiratet.“

Am Sonntag wird die sanierte Kirche mit einem Festgottesdienst im Rahmen des Heimatfestes um 12.45 Uhr der Gemeinde vorgestellt. Dann wird auch Pröpstin Katrin Wienold-Hocke ihre Glückwünsche überbringen und die neu gestimmte Orgel wird wieder erklingen.

Von Kristin Weber

Bilder aus der frisch sanierten Kirche Niederhone

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