Neues Wohnen in der City

Wohnraum in Eschweger Innenstadt ist gefragt, trotzdem viel Leerstand

Wohnen im Zentrum: Jörg Heinz, Gerhard Merz und Lothar Quanz (von links) machen sich Gedanken über den Wohnungsleerstand in der Eschweger Innenstadt - hier am sogenannten Marktkarree. Foto: Sagawe

Eschwege. Wohnraum in der Eschweger Innenstadt ist gefragt. Dennoch stehen viele Wohnungen im Zentrum der Kreisstadt leer. SPD-Bürgermeisterkandidat Jörg Heinz sowie die Landtagsabgeordneten Lothar Quanz und Gerhard Merz suchten im Anschluss an eine Ortsbesichtigung Lösungen.

Das Angebot der Eigentümer ist nicht kompatibel mit der Nachfrage der potenziellen Mieter. Oft sind die Wohnungen in einem nicht mehr zeitgemäßen Zustand – der Modernisierungsstau ist groß. Die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum kann nicht befriedigt werden. Es müsste investiert werden, Eigentümern fehlt aber in vielen Fällen die wirtschaftliche Perspektive.

„Wir haben Stillstand in Eschwege“, sagt Lothar Quanz, „Mieter suchen zeitgemäßen Wohnraum, und die Eigentümer investieren nicht.“ Fördermittel könnten helfen. Gerhard Merz, in der SPD-Fraktion verantwortlich für Familien- und Integrationspolitik und Fachmann für soziale Stadterneuerung, berichtete von Möglichkeiten, mit öffentlichem Geld das Wohnumfeld aufzuwerten – oft Voraussetzung und Signal für private Investitionen. „Ich stelle mir ein Finanzierungsmodell wie bei der Bürgersolaranlage vor“, sieht Jörg Heinz die Chance, Hauseigentümer und Geldgeber zusammenzubringen.

„Wir müssen Zuzug generieren, um wieder über die 20 000-Einwohner-Marke zu kommen“, sagt Heinz, „dafür benötigen wir attraktiven Wohnraum.“ 200 bis 400 neue Wohnungen in Zentrumslage könne er sich in den nächsten sechs Jahren vorstellen, definiert Heinz die Ziele für „meine erste Amtszeit als Bürgermeister“.

Raum für diesen Wohnraum sieht er in Marktplatznähe, Hinter den Scheuern und entlang der Werra. Familiengerecht müssten die Wohnungen saniert und modernisiert, den Bedürfnissen älterer Menschen angeglichen werden, attraktiv müsse das Wohnumfeld sein.

Die Aufgabe des Bürgermeisters sieht er darin, Fördermittel zu generieren, zu koordinieren, Interessengruppen zusammenzubringen. „Ich könnte mir eine Art runden Tisch vorstellen“ so Heinz. Für Lothar Quanz steht fest: In der Landespolitik müssen Veränderungen stattfinden, damit Programme dem Bedarf und der Entwicklung angeglichen werden.

Von Harald Sagawe

Kommentare