2,8 Millionen Euro Steuereinnahmen zu wenig

Nicht gezahlte Steuern fehlen in den Kassen des Werra-Meißner-Kreises

Eschwege / Witzenhausen. Nicht gezahlte Steuern belasten die Haushalte der Städte im Werra-Meißner-Kreis. Den Großteil der offenen Forderungen machen dabei nicht beglichene Gewerbesteuern aus. Aber auch Grund- und Hundesteuern müssen viele Kommunen nachträglich einfordern.

In Eschwege belaufen sich die offenen Forderungen aus Grund- und Gewerbesteuer sowie der Spielautomaten- und Hundesteuer auf 979.000 Euro. „Realistisch betrachtet können davon 588.000 Euro eingetrieben werden“, erklärt Stadtkämmerer Reiner Brill. Der Rest der offenen Forderungen sei aufgrund von Insolvenz- und Verstreckungsverfahren nicht antastbar.

In Hessisch Lichtenau fehlen aus den selben Steuern 552.000 Euro. In Witzenhausen ist die Situation laut Kassenverwalter Stefan Montag ähnlich. Dort fehlen 195.000 Euro nicht gezahlte Gewerbe- und Grundsteuer sowie Hundesteuer. Auch der Stadt Großalmerode fehlen aus diesen Steuern Einnahmen von 585.000 Euro, die von Schuldnern nicht bezahlt sind. „Etwa fünf Prozent unserer Steuerforderungen sind nicht bezahlt“, sagt Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel (SPD). Die Zahlungsmoral der Schuldner werde nicht schlechter. „Der Anteil an nicht gezahlten Abgaben an der Gesamtsumme der Forderungen wird jedoch seit Jahren auch nicht weniger.“ Das sei für eine Verwaltung nichts Besonderes mehr. Zudem könne man das Geld oft nicht eintreiben. Nickel: „Denn das Einkommen der Schuldner liegt oft unter der Vollstreckungsgrenze.“

Laut Sontras Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer (SPD) fehlten seiner Stadt nach dem vergangenen Jahr 222.000 Euro aus Gewerbe-, Grund- und Hundesteuer. Zudem wartet die Stadt auf 150.000 Euro aus nicht gezahlten Wasserabgaben. In Bad Sooden-Allendorf wartet die Verwaltung auf 187.000 Euro Steuerschulden aus Grund-, Gewerbe- und Hundesteuer.

Von Jonathan Vorrath

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