Koalitionsvereinbarung zu Abschnitt Kassel-Helsa wirft Fragen auf

Nur noch abgespeckte A 44 im Lossetal?

Kassel / Werra-Meißner. Nach der Bestandsgarantie für den Flughafen Kassel-Calden hat sich die CDU in den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen in Wiesbaden auch bei dem zweiten wichtigen Infrastrukturprojekt in der Region Kassel durchgesetzt: Der elf Kilometer lange Abschnitt der Autobahn 44 zwischen Kassel-Ost und Helsa wird gebaut.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erfüllt damit seine Ende November gegenüber der HNA gemachte Zusage, dass die A 44 nicht verhandelbar ist. Doch die Ankündigung der Unterhändler Peter Beuth (CDU) und Kai Klose (Grüne) vom Freitag bringt nicht nur Klarheit, sondern wirft auch Fragen auf. Was bedeutet es, wenn die Verhandlungspartner davon sprechen, dass „die landschaftsschonendste und umweltverträglichste Variante“ geprüft werden soll? Wird die Planung jetzt wieder ganz neu aufgerollt? Insider halten es für möglich, dass jetzt eine andere Variante verwirklicht werden könnte, über die in den vergangenen Jahren immer wieder einmal diskutiert wurde: Statt zwischen Kassel-Ost und Helsa eine neue Autobahn zu bauen, könnte die Bundesstraße 7 in diesem Abschnitt ausgebaut werden. Denkbar wäre demnach, dass die A 44 von Osten kommend hinter dem derzeit entstehenden Tunnel Hirschhagen auf die B 7 münden könnte.

Teilweise ähnelt die Bundesstraße bereits einer Autobahn. Zwischen Papierfabrik und Niederkaufungen ist sie vierspurig ausgebaut. Bei einer solchen Lösung könnten CDU und Grüne das Gesicht wahren: Die CDU könnte darauf verweisen, die A 44 nicht preisgegeben, die Grünen könnten argumentieren, einen Neubau verhindert zu haben. Aus der Politik kamen am Wochenende bereits warnende Stimmen zu dieser Variante: So fürchtet Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD), dass der Lärmschutz auf der Strecke bleiben könnte. (ket)

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