Ursache sind mehr psychiatrische Fälle und lange Wartezeiten

Notarzteinsätze im Kreis nehmen stetig zu

Eschwege. Hessenweit istin den vergangenen fünf Jahren die Zahl der Notarzteinsätze um 25 Prozent gestiegen. Diesem Trend folgt auch der Werra-Meißner-Kreis, der auch Träger des Rettungsdienstes ist.

Rückten die drei Notarzteinsatzfahrzeuge in Eschwege, Witzenhausen und Hessisch Lichtenau 2010 insgesamt 4121 mal aus, waren es 2011 schon 4528 Einsätze. 2012 ging die Zahl auf 4361 zurück, dafür stieg aber gleichzeitig der Einsatz der Rettungswagen, die nicht mit einem Notarzt besetzt sind, von 2011 mit 8605 Einsätzen auf 9014 Einsätze in 2012. Obwohl die in der zentralen Leitstelle unter 112 eingehenden Notrufe nach einem Indikationskatalog an Notarzt, Rettungswagen oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) weitergeleitet werden, verzeichnen die Notärzte mehr Notrufe in Zeiten, wenn die Praxen der niedergelassenen Ärzte geschlossen haben.

Steigende Einsatzzahlen kann sich der Leitende Notarzt im Werra-Meißner-Kreis Dieter Beck eher mit einer deutlichen Zunahme an psychiatrischen Fällen erklären. „Wir erleben seit zirka fünf Jahren eine deutliche Zunahme von Psychosen, nicht selten ursächlich über Drogenkonsum und Alkohol“, sagt Beck. „Man merkt in der Gesellschaft eine starke soziale Belastung.“ Dass Hilfesuchende lieber nach einem Notarzt verlangen und ihre Situation am Telefon manchmal dramatischer darstellen, liegt unter anderem an den sogenannten Hilfefristen. Während ein Arzt im ÄBD überhaupt nicht innerhalb einer bestimmten Frist beim Patienten sein muss, muss bei einem Notarzteinsatz entweder der Norarzt selbst oder der Rettungswagen, besetzt mit einem Rettungssanitäter, innerhalb von 15 Minuten vor Ort sein.

Andererseits darf ein Notarzt keine Rezepte austellen, kostete bisher anders als der Bereitschaftsarzt aber auch keine zehn Euro Praxisgebühr. Zum 1. April dieses Jahres wird der ÄBD neu strukturiert.

Von Stefanie Salzmann

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