Mobilfalt soll in die Verlängerung gehen

NVV-Mitfahrangebot leidet bisher unter geringer Nachfrage

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Teilnehmer Christopher Heinemann aus Witzenhausen-Ellingerode bietet Mitfahrten an, nutzt das zukunftsträchtige NVV-Mobilitätsangebot aber auch als Mitfahrer.

Witzenhausen. Das Modellprojekt Mobilfalt soll verlängert werden. „Wir sehen jetzt schon, dass die Zeit nicht ausreicht“, sagt Wolfgang Dippel, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrs-Verbundes (NVV).

In den bisher angepeilten zwei Jahren – eins davon ist bereits fast abgelaufen – ist die Idee, auf dem Land die Mobilität zu sichern, auch wenn Buslinien weniger werden, kaum umzusetzen.

„Das ist ein langer Weg“, ahnt Dippel. Um das Projekt tatsächlich richtig ins Rollen zu bringen, werde jetzt mit der hessischen Landesregierung in Wiesbaden über eine Verlängerung und weitere finanzielle Förderung verhandelt. Was sich nach Einschätzung von Dippel „überhaupt noch nicht herumgesprochen hat“, gilt als zukunftsweisend für den öffentlichen Nahverkehr nicht allein im Werra-Meißner-Kreis, wo die Bevölkerungszahl drastisch sinkt.

Auch anderswo auf dem flachen Land ist das Problem bekannt. „Es gibt bundesweit großes Interesse an dem Projekt“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms. Das Interesse der Bürger hält sich dagegen noch sehr in Grenzen. Gerade mal 600 Interessenten gibt es in allen Testgebieten nach einem Jahr, nur etwa 400 haben sich auch zur Nutzung angemeldet. Darunter sind rund 300 aktive Mitfahrer, aber nur 100 Fahrer, von denen nur etwa 60 aktiv sind und auch Mitfahrer mitnehmen.

„Das müssen mehr werden“, sagt NVV-Verkehrsplaner Martin Weißhand, der das Projekt steuert. In Witzenhausen, Sontra und Herleshausen laufe es gut, in Nentershausen im Kreis Hersfeld-Rotenburg leider gar nicht und in Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis) durchschnittlich. Vor allem mehr Fahrer wünscht sich Weißhand, denn bisher müssen über 90 Prozent der von Mitfahrern gebuchten Fahrten von Taxis übernommen werden, weil sich dafür kein Privatauto findet.

Von Jörg Steinbach

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