Elternbeirat protestiert gegen Stundenkürzungen des Landes

Oberstufen bangen um ihr Kursangebot

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Werra-Meißner.  Die vom Kultusministerium angekündigten Stundenkürzungen in der gymnasialen Oberstufe bereiten den Schulen im Kreis große Sorgen. Schrittweise wird die Zuweisung in den kommenden drei Schuljahren heruntergefahren.

Für die Schulen bedeutet das den Wegfall ganzer Stellen. Zwischen 2,5 und 3,3 Prozent der für die Oberstufe zugewiesenen Unterrichtsstunden fallen schon im nächsten Schuljahr an den fünf betroffenen Schulen im Kreis weg.

An der Sontraer Adam-von-Trott-Schule formierte sich in der vergangenen Woche Protest gegen die Neuregelung. Der Elternbeirat wandte sich mit einer Resolution an das Kultusministerium, die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Kreis sowie Landrat Stefan Reuß. Die Kürzung bedeute für die Schule den Wegfall einer halben Stelle und das sei nicht zu kompensieren, heißt es in dem Schreiben. Es bestehe jetzt die Gefahr, dass der Beginn einer zweiten Fremdsprache in der Oberstufe nicht mehr angeboten werden könne.

„Die wollen wir aber unbedingt behalten“, sagt Schulleiterin Susanne Herrmann-Borchert, die nach eigenen Angaben „voll hinter dem Protest“ steht. „Der Faktor, nach dem die Stundenzuweisung berechnet wird, sieht auf den ersten Blick klein aus, hat aber große Auswirkungen“, sagt Erhard Pfaffenbach, stellvertretender Leiter der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau, der trotzdem am Angebot der Schule festhalten will. Zwangsläufig würden damit aber die Kurse immer größer.

Die Folgen fasst Christina Linke, Leiterin der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf zusammen: „Kürzungen gehen immer zulasten der Schüler und der Qualität des Unterrichts.“ Der Personalrat habe sich daher mit der Problematik bereits an den Gesamtpersonalrat des Staatlichen Schulamtes für den Werra-Meißner-Kreis und den Landkreis Hersfeld-Rotenburg gewandt.

Stunden hängen von Schülerzahl ab 

Das Kultusministerium hat den Schulen mit gymnasialen Oberstufen Ende April mitgeteilt, dass sich der Faktor ändert, der bestimmt, wie viele Lehrerstunden eine Schule zugeteilt bekommt. Wie viel Personal die Schulen zugeteilt bekommen, hängt von der Schüleranzahl ab. Damit fallen für das kommende Schuljahr 7,8 Prozent der Stunden in der Einführungsphase (Stufe 11) weg, 2016 und 2017 jeweils weitere 4,4 Prozent in der Qualifikationsphase (Stufe 12 und 13). Ziel ist laut Kultusministerium eine Umlenkung, mit dem Ziel, Stunden für die Schwerpunkte Ganztagsschule, Sozialindex, Inklusion und Deutschförderung zu gewinnen.

Von Lasse Deppe

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