Nur wenige Kunden wollen freiwillig einen Zuschlag zahlen

Ökostrom ist im Kreis kaum gefragt

+
Nur wenige Kunden wollen freiwillige einen Zuschlag für Ökostrom zahlen.

Das Interesse an Ökostrom hält sich im Werra-Meißner-Kreis in engen Grenzen. Das hat eine Nachfrage bei drei örtlichen Energieversorgern ergeben. Daran habe auch die Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima vor fünf Jahren nichts geändert, sagt Heidi Weber, Prokuristin der Eschweger Stadtwerke. 

„Wir haben zwar 2012 doppelt so viele Ökostrom-Tarife verkauft wie 2011, aber insgesamt ist der Marktanteil gering“, sagt Weber. Er stieg von 1,2 Prozent im Jahr 2011 auf 2,5 Prozent 2012. Aktuell liegt er bei 3,5 Prozent und ist seit 2014 unverändert. „Obwohl wir viel Werbung für unsere Ökostrom-Tarife machen und sogar eine eigene Wasserkraftanlage in der Werra betreiben, interessieren sich die Kunden kaum dafür.“ 

Anteil der Kunden ist gleich geblieben

Dabei könne beispielsweise die Öko-Option im Tarif hydroEnergy bis zu einem Jahresverbrauch von 10 000 Kilowattstunden (kWh) für einen Euro pro Monat einfach dazu gebucht werden. Ähnlich sieht es bei den Witzenhäuser Stadtwerken aus. „Der Anteil der Kunden, die Ökostrom beziehen, ist in den vergangenen fünf Jahren fast gleich geblieben und bewegt sich mit 6,1 Prozent auf eher niedrigem Niveau“, sagt Geschäftsführer Thomas Meil. Wenn sich Kunden für ein Öko-Produkt interessierten, dann mehr im Sinne eines Werbegeschenks, also ohne Mehrkosten. „Dabei kann man bei uns für eine Zuzahlung von zwölf Euro pro Jahr jeden Haushaltstarif zu einem Ökotarif machen, also eine günstige Angelegenheit.“ 

Erfolgreicher auf Ökostrom setzt hingegen die EAM, sagt Sprecher Steffen Schulze. „Zwei Jahre nach dem Start unserer Vertriebsgesellschaft haben wir 40 000 Stromkunden, denen wir ausschließlich zertifizierten Ökostrom ohne Aufpreis liefern.“ In Beratungsgesprächen habe sich gezeigt, dass Interessenten vor einem Wechsel des Anbieters gezielt nach Öko-Tarifen gefragt hätten.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe unserer Zeitung.

Kommentare