Open Flair Heute: Social Distortion - Ikonen des Punk-Rock

Social Distortion - welch klangvoller Bandname. Und doch so unaussprechlich für die ungeübte germanische Zunge. Kein Problem im Zeitalter der gelebten Abkürzungen: Social D. wurde 1979 vom damals siebzehnjährigen Frontmann und Leadsänger Mike Ness in Kalifornien gegründet und wird zu den amerikanischen Punkrock-Bands der zweiten Generation gezählt.

Freitagabend ist die Gruppe Hauptact beim Open Flair in Eschwege.  Ab 23.15 Uhr stehen sie auf der hr3-Bühne.  „Es ist toll, eine solche Band in Eschwege zu haben“, freut sich Festivalchef Alexander Feiertag, „das sind echte Punk-Ikonen“. Inzwischen sind die Musiker in die Jahre gekommen - aber nur auf dem Papier. Musik und Bühnenshow sind jung geblieben. Nach wie vor gelingt es der Band das Publikum mitzureißen.

Bombastische Bühnenshow: Social Distortion lassen es bei ihren Auftritten so richtig krachen. Foto:  GLK Creative 

In das Gefüge des Open Flair passt Social D. wie so viele Verpflichtungen der vergangenen Jahre ganz hervorragend. Feiertag: „Wir haben Social D. seit Jahren auf der Liste. Jetzt hat es endlich geklappt.“ Heute Abend sollen die US-Punks der Höhepunkt des zweiten Festivaltags werden, der geprägt ist von den ganz lauten Tönen. Skindred am Nachmittag und Heaven Shall Burn werden das Publikum in Eschwege auf die letzte große Show des Tages ebenso hart und heftig einstimmen.

Stark beeinflusst von Rock ’n’ Roll, Rockabilly, Blues und Country spielt die Formation ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Stil. Das erste reguläre Album „Mommy’s little Monster“ von 1983 gilt inzwischen als ein grundlegender Meilenstein in der Geschichte der amerikanischen Punkrock-Bewegung.

Nach einem Konzert bist du hellwach, mal abgesehen davon, dass ich mich nicht erinnern kann, was ich intus hatte.“

Das 1996 erschienene Album „White Light, White Heat, White Trash“ mit der Singleauskopplung „I was wrong“ wird von den Kritikern als zwischenzeitlicher Höhepunkt in der Historie der Band beschrieben. Nach einigen Krisen und internen Auseinandersetzungen war Social Distortion vor drei Jahren zuletzt auf Europatour - mit überwältigendem Erfolg. Die Musiker wurden in den Arenen gefeiert. Anschließend arbeiteteSocial D. an einem neuen Album. Als bester Beweis für die anhaltende Formstärke und Relevanz gilt unter Kritikern das 2011 veröffentlichte Album „Hard Times And Nursery Rhymes“. Es stieg bis auf Platz drei der deutschen und Platz vier der US-Charts - absoluter Rekord für die Band. „Live“, so laut.de, „enttäuschen die US-Punks nie.“

Lediglich eine dreiviertel Stunde ist für den Auftritt von Social Distortion im heutigen Open-Flair-Programm vorgesehen. Es sollen 45 Minuten werden, die die Punk-Rock-Fans nicht so schnell vergessen werden.

Von Harald Sagawe

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