Nach der Gebührenerhöhung: Autofahrer meiden kostenpflichtige Stellflächen an der Wiesenstraße

Parkplätze bleiben jetzt leer

Begrenzte Dauer: Mit einem Euro kommt man ab sofort genau 50 Minuten weit, wenn man einen Parkplatz in der Stadt Eschwege nutzen will. Pro Stunde (1,20 Euro) ist Eschwege damit teurer als alle anderen Städte im Werra-Meißner-Kreis.

Eschwege. Die erste Konsequenz der neuen Parkgebühren der Stadt Eschwege ist offensichtlich. Die jetzt kostenpflichtigen Parkplätze an der Wiesenstraße bleiben dieser Tage leer. Damit schwenkt der Aufschrei in der Bevölkerung jetzt in offenen Protest um.

Um 20 Prozent verteuert sich ein Parkplatz in der Kreisstadt seit der jüngsten Gebührenerhöhung. Ist der neue Preis wirklich Abzockerei oder entspricht die Gebühr der Realität, die auch andere Städte verlangen.

In Eschwege kosten jede fünf Minuten zehn Cent. In der Stunde summiert sich der Preis auf 1,20 Euro. Die Bezahlpflicht dauert von neun bis 18 Uhr. Damit ist der Stundenpreis der höchste der von uns verglichenen Städte.

In Witzenhausen zahlt man hochgerechnet rund 38 Cent für eine Stunde Parken. Allerdings ist die Höchstparkdauer hier teilweise auf 40 Minuten begrenzt. In Bad Sooden-Allendorf liegt der Preis für eine Stunde bei einem Euro, Hessisch Lichtenau verlangt auf den kostenpflichtigen Plätzen lediglich 40 Cent pro Stunde.

Vergleicht man Eschwege mit einem anderen Mittelzentrum in ähnlicher Größenordnung, liegt der Bezug zu Bad Hersfeld nahe. Hier konkurrieren auch private Betreiber von Parkplätzen mit den städtischen Anbietern. Die Stunde kostet in Bad Hersfeld zwischen einem und 1,20 Euro. Mindestens 25 Cent werden jedoch immer fällig.

Bei den Tagestickets liegt Eschwege im Mittelfeld. In Witzenhausen beläuft sich der Pauschalpreis auf 2,50 Euro, in Bad Sooden Allendorf auf fünf Euro. Hessisch Lichtenau bietet keinen Fix-Preis an, in Bad Hersfeld schwanken die Kosten zwischen vier und 15 Euro. In Eschwege liegt der reguläre Preis für das Tagesticket bei 10,80 Euro für neun Stunden Parkdauer. Lediglich im Parkhaus sind die Preise niedrig. Hier kostet der ganze Tag 3,60 Euro. Genau wie Wochen- (12 Euro) oder Monatskarten (42 Euro) sind diese Vergünstigungen aber nur für das Parkhaus zu bekommen.

Keine Brötchentaste

Im Gegensatz zu den anderen Städten im Kreis bietet Eschwege keine sogenannte Brötchentaste an. Auch für einen Kurz-Einkauf muss man den Parkplatz bezahlen. In Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen sind jeweils 15 Minuten Parken kostenlos, in Hessisch Lichtenau sogar 20 Minuten.

Dafür bietet Eschwege besonders viele Stellflächen innenstadtnah kostenlos an. „Das Werdchen liegt beispielsweise in unmittelbarer Nähe zur City“, sagt Reiner Brill, Erster Stadtrat von Eschwege. Hier stehen mehrere hundert Parkplätze ohne Gebühr zur Verfügung. „Die Kapazitäten sind dort nie ausgeschöpft“, sagt Brill. Durch Veranstaltungen wie Open Flair oder Johannisfest sind die Plätze für rund vier Wochen im Jahr nicht nutzbar. Auf dem Schulberg, an der Tränenbrücke und teilweise An den Anlagen sowie im Alten Steinweg gibt es weitere kostenlose Plätze.

Rund 465 000 Euro will die Stadt Eschwege in diesem Jahr durch ihre Parkraumbewirtschaftung einnehmen. Mit eingerechnet sind dabei etwa 55 000 Euro durch die rund 50 neuen Plätze an der Wiesenstraße. Die Parkmöglichkeiten direkt gegenüber der Stadthalle bleiben weiter kostenlos.

Von Tobias Stück

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