Eschwege und Mühlhausen verschwistern sich als erste Kommunen aus Ost und West direkt nach der Grenzöffnung

Partnerschaft für die Geschichtsbücher

Freundschaft besiegelt: Am 22. Dezember 1989 haben die Bürgermeister Jürgen Zick (Eschwege, links) und Bürgermeister Klaus Neukirch (Mühlhausen, rechts) vor den Mitgliedern beider Stadtparlamente die Partnerschaft besiegelt. Foto: Stadtarchiv Eschwege

Eschwege. Vor 25 Jahren, am 22. Dezember 1989, war für die Städte Eschwege und Mühlhausen ein geschichtsträchtiger Tag. In einer gemeinsamen Festversammlung im Saal des Rathauses in Mühlhausen unterzeichneten die Bürgermeister Klaus Neukirch und Jürgen Zick die Urkunden der ersten deutsch-deutschen Partnerschaft und Verschwisterung auf kommunaler Ebene nach Öffnung der DDR-Grenzen.

Sie setzten ihre Unterschrift unter einen Partnerschafts-Vertrag, der Einzug in die Geschichtsbücher fand.

Langanhaltender Applaus der Mitglieder beider Stadtparlamente und vieler Gäste begleitete damals die Unterzeichnung und den Austausch der Urkunden. Beide Städte leisteten mit diesem Freundschaftsvertrag Pionierarbeit, denn zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte gingen zwei Kommunen aus der DDR und der Bundesrepublik in voller Souveränität eine Partnerschaft ein, die auf einem eigenständigen Beschluss städtischer Gremien beruhte.

Diesen besonders für die Mühlhäuser besonderen Aspekt unterstrichen die beiden Bürgermeister Klaus Neukirch (Mühlhausen) und Jürgen Zick (Eschwege), ehe sie im Blitzlichtgewitter der Pressefotografen und unter den Scheinwerfern von Kamerateams aus Ost und West ihre Unterschriften unter die Verschwisterungsurkunden setzten.

„Beglückender Moment“

Mühlhausens Bürgermeister Klaus Neukirch unterstrich, dass nun, nachdem die Parlamente zweier deutscher Nationen Partnerschaftsbeziehungen eingingen, es an den Kommunalpolitikern liege, den Vertrag mit Leben zu erfüllen. Sein Amtskollege Jürgen Zick sah in der Vertragsunterzeichnung einen „beglückenden Moment“. Beide Städte vereine die Hoffnung, dass Kultur- und Wirtschaftsräume wieder zusammenwachsen. Jürgen Zick: „Wir reichen der Thomas-Müntzer-Stadt die Hand zu einer langen Freundschaft!“

Von Siegfried Furchert

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