Die VR-Bank-Stiftung fördert  Aufwind-Projekt mit 5000 Euro Soforthilfe

Austausch: Projektleiterin Susanne Reiß (links) stellt Peggy Wiegand von der VR-Bank-Stiftung die Arbeit des Patenschafts-Projektes von Aufwind vor. Fotos: Weber

Eschwege. Seit zweieinhalb Jahren läuft das Projekt „Paten für Kinder psychisch kranker Eltern" unter dem Dach des Vereins Aufwind. Jetzt läuft die Anschubfinanzierung aus, einige Patenschaften bleiben aber weiterhin bestehen.

Viel haben die Projektleiterinnen, Susanne Reiß und Simone Heintz, seither in Bewegung gesetzt. Durch öffentliche Events und Autorenlesungen zum Thema haben sie Aufmerksamkeit geschaffen. Sie haben geeignete Paten gesucht, Kontakte zu den Familien hergestellt und die Patenschaften betreut.

„Um die Kinder mit den jeweils passenden Paten zusammenzubringen, braucht es viel Geduld“, sagt Susanne Reiß. Nun läuft die Anschubfinanzierung der Aktion Mensch für das Projekt aus, doch zehn Patenschaften bestehen nach wie vor, denn für die Kinder ist die Kontinuität in den Beziehungen zu ihren Ansprechpartnern wichtig. Deshalb ist die Stiftung der VR-Bank Werra-Meißner auf das Projekt aufmerksam geworden und möchte helfen, eine Weiterfinanzierung sicherzustellen.

„Die VR-Bank- Stiftung stellt zunächst eine Soforthilfe von 5000 Euro zur Verfügung und möchte langfristig ein Spendenaufkommen über Crowdfunding sichern“, sagt Stiftungs-Beirätin Peggy Wiegand. Gerfried Füllgraf von der VR-Bank erklärt: „Die Stiftung befindet sich im ersten Jahr ihrer Arbeit. Wir suchen nach förderungswürdigen Projekten. Solche, die sich um die Themen Kinder, benachteiligte Menschen oder Senioren drehen, stehen dabei im Fokus. Dennoch sind wir für Themen offen.“

Wie gewinnbringend eine Patenschaft für die Kinder sein kann, erklärt Maria Wilms. Sie hat bereits die zweite Patenschaft übernommen, nachdem ihr erstes Patenkind weggezogen ist. „Die Bindungen sind eng, und ich halte auch zu meinem ersten Patenkind weiterhin Kontakt“, sagt sie.

Die Paten sollen keine Erziehungsaufgaben übernehmen, sie stehen den Kindern vielmehr als Ansprechpartner außerhalb der Familie zur Verfügung. In ihren Familien mit psychisch kranken Eltern müssen die Kinder oftmals Erwachsenenrollen übernehmen, um das Familienleben aufrechtzuerhalten. In den Patenschaften sollen sie die Möglichkeit haben, einmal in der Woche Kind zu sein und im Mittelpunkt stehen zu dürfen.

Oftmals unternehmen die Paten Ausflüge mit ihnen wie ins Schwimmbad oder in den Tierpark. „Es macht jedenfalls sehr viel Spaß“, darin sind sich Susanne Reiß und die Paten einig und hoffen deshalb, das Projekt langfristig weiterführen zu können. Simone Heintz wurde von Aufwind-Vorstand Hartmut Kleiber mit einem großen Dankeschön und einem Blumenstrauß verabschiedet, denn sie wechselt beruflich nach Göttingen.

Von Kristin Weber

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