Wie das Pferd hilft, Menschen zu heilen

Ihm geht es jetzt schon viel besser. Henrik Wolf ist seit einigen Monaten in der Hippotherapie bei Dörte Schilling. Zusammen mit ihrer Assistentin Nicole Fillies und Pony Raya hilft sie ihm mit Übungen auf dem Pferderücken, eine gute Körperspannung zurückzugewinnen. Henrik ist dabei schon sehr weit und hat keine Angst vor dem Pferd. Alle Fotos: Weber

Eschwege. Hippotherapie ist Krankengymnastik auf dem Pferderücken - In Eschwege bietet sie das Therapiezentrum Wolf an

Tiere haben einen besonderen Einfluss auf Menschen. Der Umgang mit ihnen wirkt nicht nur beruhigend. Es können auch Vertrauensbeziehungen entstehen, die einen neuen Blick auf die Welt bieten. Denn Tiere sind Wesen, mit denen man nicht über Sprache kommunizieren kann. Im Umgang mit ihnen stehen Emotionen im Vordergrund. In der Hippotherapie wird die Beziehung zum Tier eingesetzt, um Menschen zu heilen. Das Vertrauen zum Pferd kann hier dabei helfen, das Selbstwertgefühl und die angemessene Selbsteinschätzung zu verbessern.

Die Hippotherapie (von altgriechisch [hippos] = Pferd) setzt das Pferd vor allem zur Erweiterung der Physiotherapie ein. Ziel ist es, Muskelfunktionen und Bewegungsabläufe wieder zu erlernen. Beim Sitzen auf dem Pferd werden nicht nur die Rumpfmuskeln gestärkt oder eine Kopfkontrolle geübt, sondern auch Gleichgewichtsgefühl und Koordination verbessert. Vom Arzt verordnet werden kann die Hippotherapie bei Multipler Sklerose, nach einem Schlaganfall, nach Schädel-Hirn-Verletzungen, bei Bewegungsstörungen nach frühkindlicher Hirnschädigung, bei Entwicklungs- und Wahrnehmungsstörungen oder anderen neurologischen Krankheitsbildern.

In Eschwege bietet das Therapiezentrum Wolf Hippotherapie an. Dörte Schilling ist Therapeutin in der therapeutischen Reithalle am Hospitalbrunnen. Einer unter ihren 22 Patienten, die zurzeit die Hippotherapie nutzen, ist Henrik Wolf. Die Krankheit des kleinen Jungen bewegte ganz Eschwege. Hunderte Freiwillige ließen ihr Blut für ihn typisieren, um herauszufinden, wer als Knochenmarkspender infrage kommen kann. Nach der erfolgreichen Behandlung, bei der Henrik lange Zeit im Bett liegen musste, hat der Junge in der Reha die Hippotherapie für sich entdeckt. Zurück in Eschwege wollte er diese gerne fortsetzen.

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