Unbekannte haben die Tiere von der Weide gejagt - Drei sind verletzt

Pferde auf einer Koppel bei Eschwege misshandelt

Anhänglich: Hengst Casper war am Dienstagabend besonders aufgeschreckt und ließ sich selbst von Besitzerin Anne-Karen Geilfuß kaum beruhigen. Mittlerweile ist er sehr schmusig und sucht die Nähe seiner Besitzerin. Der 20-jährige Hengst hat mehrere Fleischwunden abbekommen, die langsam verheilen (kleines Foto). Fotos: Rissmann

Eschwege. Tiefe Fleischwunden und schreckhafte Tiere - am Dienstag wurden die Pferde von Anne-Karen Geilfuß und Manfred Weick auf den Koppeln des Zelchersbachhofes Eschwege von Unbekannten attackiert und verletzt. Drei der neun Pferde die auf den betroffenen Koppeln stehen haben diverse Schnitte, auch im Genitalbereich, sowie Peitschenstriemen, und alle sind total verschreckt.

„Ich stehe auch noch unter Schock“, sagt Geilfuß. Insgesamt besitzten die beiden 13 Pferde die verteilt auf sieben Koppeln zwischen Oberdünzebach, der Bundespolizei und dem Flugplatz stehen. Morgens und abends geht es auf große Versorgungsrunde. Als sie am Dienstagabend gerade fertig waren kam ein Anruf einer besorgten Bekannten, die ein silbernes Auto bei einer der Koppeln entdeckt hatte und skeptisch wurde. „Wir haben sofort nach dem Rechten geschaut und entdeckt, dass der Elektrozaun an der Koppel durchgerissen war“, sagt Weick. Er geht davon aus, dass die Tiere durch den Zaun getrieben wurden. Dafür würden auch die Verletzungen sprechen, denn bei einem Tier sehe es so aus, als ob es heftig gepeitscht wurde.

Weick geht davon aus, dass es jemand war, der sich gut in der Gegend auskennt. „Einige der betroffenen Koppeln liegen sehr versteckt“, sagt er. Zudem mache ihn misstrauisch, dass lediglich die Koppeln von ihm und Geilfuß und die benachbarten Koppeln gar nicht betroffen sind. „Es mutet fast an, als hätte da jemand etwas gegen uns“, sagt er. Seit etwa zehn Jahren hat Geilfuß eigene Pferde, seit diesem Jahr baut sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten eine Zucht auf. „Wir wollen unser Hobby zum Beruf machen“, sagt Weick.

Der Schreck sitzt allerdings erst einmal tief bei der Eschwegerin. „Ich kann nachts nicht mehr schlafen, habe Alpträume, dass jemand meine Pferde aufschlitzt“, sagt sie. Der oder die Täter haben an den drei Koppeln die Weidegräte für den Strom an den Zäunen abgetrennt. „Über ein Gerät wurde ein Eimer gestülpt, den habe ich als Beweismittel zur Polizei gebracht“, sagt Weick. Dort hatte er gleich am späten Dienstagabend noch Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Doch zuvor musste er noch nach der Weide, die direkt am Ortsrand von Oberdünzebach liegt sehen, denn dort hatten die Unbekannten die Tiere von der Koppel gejagt, die dann in den Ort gelaufen waren. „Glücklicherweise haben Anwohner die Tiere eingesammelt und zurückgebracht“, sagt Weick und macht noch einmal darauf aufmerksam, wie gefährlich das werden kann. „Man darf gar nicht daran denken, was alles passieren kann, wenn die Tiere im Stress auf eine vielbefahrene Straßelaufen und gegen ein Auto prallen“, sagt er.

Auf dem Zelchersbachhof kann man die Tiere für Ausritte mit Anne-Karen Geilfuß, für Veranstaltungen und Flohmärkte mieten. Weitere Infos gibt es auf Facebook unter dem Stichwort Zelchersbachhof.

Von Diana Rissmann

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