Pflegearbeiten auf den Leuchtbergen in Eschwege beginnen heute

Eschwege. Heute beginnen im Stadtwald von Eschwege umfangreiche Pflegearbeiten auf den Leuchtbergen. Hierbei werden laut Einschätzung von Forstamtsleiter Dr. Thomas Rysavy rund 40 Erntefestmeter Holz gerodet.

Die Arbeiten sollen bis Mitte April, spätestens aber zu den Mai-Feiertagen abgeschlossen sein. Bereiche, in denen gearbeitet wird, sind durch auffällige Warnschilder gekennzeichnet und abgesperrt. Alternative Wanderstrecken werden für Naturfreunde ausgewiesen.

Vorhaben im Überblick 

Unterhalb des Bismarckturms, beliebtes Ausflugsziel und eins der Eschweger Wahrzeichen, sollen die dort vorkommende Edellaubhölzer - wie Berg-Ahorn, Kirsche und Elsbeere - in ihrer Stabilität und ihrem Wachstum gefördert werden. Vorrangig Nadelbäume, Eichen und Buchen müssen deshalb weichen. Indem Bäume rund um den Turm gefällt werden, soll das Bauwerk außerdem besser zu sehen sein. „Die Fällungen sind auch wegen der Verkehrssicherheit entlang von Wanderwegen und Parkplätzen geplant“, sagt Revierförster Rolf Schulz.

Geplantes Vorgehen 

Die Arbeiten im Wald werden umweltschonend gemacht - alle Bäume werden händisch gefällt, große Maschinen kommen hierfür nicht zum Einsatz. „Das wäre bei dem aktuellen Zustand der Wege auch gar nicht möglich gewesen. Sie sind zu schmal und nicht ausreichend befestigt“, so Dr. Rysavy.

Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe betont: „Wir wollen den Erholungswert der Leuchtberge weiter steigern.“ Vor Ort werden die Fällungen von ausgebildeten Forstwirten mit Motorsägen und einem Seilwindenschlepper erledigt. Rolf Schulz kontrolliert die laufenden Arbeiten, um Schäden an Bäumen und Sitzgruppen zu vermeiden. Danach sollen die Rückearbeiten erfolgen. Die zuständigen Maschinen bewegen sich ausschließlich auf bereits vorhandenen Wegen und markierten Rückegassen. Im Anschluss werden die Hölzer auf den Parkplatz am Leuchtbergsattel gelagert und von dort aus abtransportiert.

Zeitpunkt der Arbeiten 

Wegen der nassen Witterung in diesem Winter konnten die Arbeiten bisher nicht begonnen werden. „Die Schäden an den Waldwegen wären einfach zu groß gewesen“, erklärt Revierförster Rolf Schulz. Jetzt hoffen die Beteiligten auf einen trockenen Frühling. Andernfalls müsste man den Beginn der Pflegearbeiten auf Anfang September verschieben. Bedeutsam ist, dass die Bäume außerhalb ihrer Saftzeit gerodet werden. Die endet im Spätsommer.

Verwendung des Holzes 

Das geerntete Holz dient später ganz unterschiedlichen Zwecken: als Bau- und Möbelholz, als Zellstoff und für Spanplatten. Daneben wird voraussichtlich auch Brennholz anfallen, das an die Bevölkerung abgegeben werden kann. Ein weiterer Teil, sogenanntes Totholz, wird als Abraum im Wald liegen bleiben - „biologisches Gold“, befindet Dr. Rysavy.

Entstehender Ertrag 

„Uns geht es bei diesem Projekt nicht darum, Geld zu verdienen“, betonen Heppe und Schulz ausdrücklich. Im Vordergrund stehe vielmehr die Sicherheit von Spaziergängern und Menschen, die sich im Wald aufhalten. Hierfür müssen Lufträume über den Wegen und an Aufenthaltsplätzen freigehalten werden. Herabstürzende Äste könnten laut Hessen Forst darunter stehende Personen schwer verletzen. Die Stadt Eschwege trägt hierfür als Eigentümer des Waldes Sorge. Abgesehen davon ist das Betreten des Forsts aber auf eigene Gefahr.

Von Pelle Faust

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