Drei Spieler erklären den Reiz der neuen Handy-App

"Pokémon Go"-Fieber erreicht Eschwege: Auf Monsterjagd durch die Innenstadt

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Sind seit ein paar Tagen im Pokémon-Fieber: (von links) Tobias Krug, Maximilian Bach und Lukas Bierschenk fangen die kleinen Monster auch in der Eschweger Innenstadt.

Eschwege. "Pokémon Go" ist seit dieser Woche erstmals auch auf dem Smartphone spielbar. In Eschwege wird bereits fleißig gesucht, gekämpft und getauscht. Wir haben drei Jugendliche bei der Jagd nach Pokémons in der Innenstadt begleitet. 

Direkt vor dem Verlagsgebäude der Werra Rundschau greift Maximilian Bach an. Die Augen fest aufs Handydisplay gerichtet, ist der Kampf für den Elftklässler nach wenigen Sekunden vorbei. „Geschafft!“, ruft Max und zeigt mit strahlenden Augen seine neueste Errungenschaft: ein Taubsi. Das ist eins von rund 700 Pokémon. Die „Pocket Monster“ flimmern seit den späten 1990ern über die Bildschirme von Millionen Spielekonsolen - erstmals überhaupt kann man den Klassiker jetzt auch auf dem Smartphone spielen. Die App wurde innerhalb einer Woche millionenfach heruntergeladen. Längst ist in Eschwege das Pokémon-Fieber ausgebrochen.

Lukas Bierschenk ist seit vergangenem Mittwoch infiziert. Über den australischen Appstore lud er sich die Pokémon-App herunter, noch bevor die deutsche Version verfügbar war. „Ich habe schon früher gerne am Gameboy gespielt. Dass es Pokémon jetzt auch für das Handy gibt, ist Wahnsinn“, sagt er. Ganz ähnlich ist es bei Tobias Krug und seinem Freund Maximilian Bach.

Geduldig sein, gut zielen - und weiterspielen

Gebannt schauen Max Bach und sein Freund Tobias Krug auf ihre Handys: sie spielen "Pokémon Go", wann immer es geht.

Die Drei laufen zielstrebig durch die Eschweger Innenstadt, den Blick stets auf das Smartphone gerichtet. Anhand von GPS-Daten erkennen sie, wo sich das nächste Pokémon versteckt und wo die nächste Arena liegt. Dort kann man seine virtuellen Monster gegen die von anderen Trainern antreten lassen. Doch Tobias Krug ist unzufrieden: „Für das Android-Betriebssystem kam die App schon früher raus als für das iOS-Betriebssystem. Die haben sozusagen jetzt alle einen Vorsprung und die Arenen bereits besetzt.“ Allerdings ist der Schüler den Besten dicht auf der Spur: Innerhalb von 24 Stunden hat er sich bis auf Level 8 gekämpft. Der Trick dabei: „Man muss möglichst viele Poke-Stops aufsuchen. Dort erhält man zusätzliche Ausrüstung und Erfahrungspunkte gibt es, wenn man viele Pokémon fängt.“

Dass Lukas, Max und Tobias nicht die einzigen Handy-Pokémon-Trainer sind, wird schnell deutlich: Überall in der Innenstadt laufen Jugendliche umher, immer auf der Suche nach seltenen Pokémon. Max sagt: „In meiner Klasse spielen das selbst schon die Mädchen. Jeder macht mit.“ Weiter kommt er nicht, denn plötzlich taucht das nächste Pokémon auf seinem Handybildschirm auf. Jetzt ist Konzentration gefragt. Gut zielen, den Pokéball mit einem gekonnten Fingerwisch platzieren, kurz abwarten - und weiterlaufen. Vom Spielen kommt man so schnell nicht mehr los, hat Tobias schnell selbst erfahren. „Um im Spiel voranzukommen, würde ich sogar Geld bezahlen“, sagt er. 

Für Lukas ist erst einmal Schluss. Denn im Moment steckt er eigentlich mitten im Umzug in die erste gemeinsame Wohnung mit seiner Freundin. Das geht vor.

Pokémon Go: So funktioniert die Erfolgs-App 

Weltweit für Aufsehen sorgt die Handy-App „Pokémon Go“. Wer sie installiert hat (funktioniert bei Android und iOS), muss eine selbst erstellte Spielfigur durch die Welt der Pokémon steuern. Es geht darum, diese zu fangen und gegeneinander antreten zu lassen. Anhand einer Standorterkennung via GPS erscheinen die kleinen Monster in der realen Umgebung. Die virtuelle Karte im Spiel basiert auf Google Maps. Wichtig: Alle Pokémon reagieren auf die virtuelle Umgebung, weshalb man Wasserpokémon zum Beispiel gut am Werratalsee fangen kann. Wer tricksen möchte, kann langsam mit dem Auto umher fahren und die App (natürlich immer nur als Beifahrer!) geöffnet lassen. So sammelt man Punkte und kann Poké-Spots abfahren, ohne sich zu verausgaben. An den Spots erhält man unter anderem Pokébälle. Lohnende Spots in Eschwege sind der Schuster- Jobst-Brunnen am Marktplatz, das Oberstufengymnasium, der Springbrunnen vor den Stadtwerken und der Stadtbahnhof.

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