Direktkandidaten für den Bundestag stellen sich Schülern der neunten Klassen

Mit der Politik im Gespräch

Stimmenauszählung: Die jungen Politik-Talker geben ihre Stimme zweimal ab: einmal vor der Fragerunde, einmal danach. Fotos: Berg

Eschwege. Eschweger Schüler waren gestern mit den Direktkandidaten der fünf im Bundestag vertretenen Parteien aus dem Wahlkreis 169 (Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg) im Gespräch. „Wir mischen mit“, hieß es am Vormittag im Rittersaal des Landgrafenschlosses. Schülern aus den neunten Klassen der Anne-Frank- und der Friedrich-Wilhelm-Schule führten den Politiktalk mit Helmut Heiderich (CDU), Michael Roth (SPD), Manfred Lister (FDP) Armin Jung (Bündnis 90/Die Grüne) und Sabine Leidig (Die Linke).

Die Jugendlichen fragten nach neuen Energieformen, Bildungspolitik, Mindestlohn, der Autobahn 44 und dem Wahlrecht ab 16. Zehn Minuten hatte jeder Politiker mit jeder der fünf Schülergruppen, um Fragen zu beantworten und Position zu beziehen. Danach stellten die Mitmischer drei Thesen auf, zu denen die Kandidaten deutlich Stellung beziehen mussten. Dabei ging es um eine Einführung des Mindestlohns, um abgesenktes Wahlalter ab 16 Jahre und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.

Zu Beginn der Veranstaltung durften die Jugendlichen ihre Stimme für eine Partei abgeben, nach der Positionsrunde wurde erneut gewählt. Michael Roth von der SPD konnte den meisten Stimmenzuwachs verbuchen: Zuerst waren 23 Schüler für die SPD, im zweiten Wahlgang waren es 27. Helmut Heiderich von der CDU konnte eine Stimme gewinnen und hatte zum Schluss zwölf Schüler auf seiner Seite.

Den größten Verlust machte bei den Jugendlichen Armin Jung von den Grünen, er hatte zu Beginn 13 Stimmen, am Ende nur noch fünf. Die Stimmen der FDP und der Linke veränderten sich nicht: Drei Schüler stimmten für die FDP, einer für die Linke.

Die jungen Talk-Teilnehmer erkannten, dass sich die Parteien in einigen Themen sehr, in anderen aber nur wenig unterscheiden. „Wir mischen mit“ ist ein hessenweites Projekt in Koperation der Landeszentrale für politische Bildung und der Landesanstalt für privaten Rundfunk gegründet. Ziel ist es, Jugendliche im Vorfeld der Wahlen und am Wahltag selbst als Wahlforscher und Wahlberichterstatter einzusetzen.

Von Sonja Berg

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