Dank DNA-Analyse Quote seit 2005 bei fast 100 Prozent

Polizei klärt nahezu alle Kapitaldelikte auf

Werra-Meißner. Straftaten gegen das Leben – Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung und deren Versuche – sind im Werra-Meißner-Kreis nicht an der Tagesordnung. Wenn sich jedoch eins dieser Delikte in unserer Region ereignet, liegt die Aufklärungsquote nahezu bei 100 Prozent. So wurden laut Jörg Künstler, Pressesprecher der Polizei, alle drei im Jahr 2015 angezeigten Straftaten in diesem Bereich aufgeklärt.

Auch mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre kann sich die Ermittlungsarbeit der Polizei sehen lassen: 2010 wurden alle Verbrecher der sieben Straftaten gegen das Leben zur Verantwortung gezogen, ebenso verhält es sich bei den fünf derartigen Verbrechen im Jahr 2005. 

Eine so hohe Aufklärung von Straftaten gegen das Leben war jedoch nicht immer selbstverständlich. Entscheidend dazu beigetragen hat die DNA-Analyse, die ein Quantensprung für die Ermittlungsarbeit war. Eine Datei zur Speicherung von DNA-Profilen wurde 1998 bundesweit eingeführt. Doch auch weiter zurückliegende DNA-taugliche Spuren bis heute ungeklärter Straftaten wie der Mord an der 16-Jährigen Arzthelferin, die 1976 in Wendershausen tot aufgefunden wurde, oder an der 28-Jährigen, die 1987 in einer Witzenhäuser Spielhalle erstochen wurde, wurden ausgewertet.

„Sofern es neue Erkenntnisse oder Anhaltspunkte gibt, werden ungeklärte Fälle reaktiviert“, sagt Künstler. Dies gelte nicht nur für Tötungsdelikte. Neue Erkenntnisse können sich neben der Auswertung von Spuren nach neuesten Methoden auch aus anderen, gleichgelagerten Straftaten oder der Lebensbeichte eines Täters oder Zeugen ergeben. Voraussetzung sei, dass die Straftat noch nicht verjährt und somit die Akten noch vorhanden seien. „Je höherwertig die Straftat, desto länger die Verjährungsfrist.“ Die Asservate werden bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht gelagert.

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