Quereinsteiger können Premiere im Rathaussaal feiern

Erstmals vier Polizeiratanwärter in Eschwege vereidigt 

+
Sonnenblumen als Erinnerung an die feierliche Vereidigung im Eschweger Rathaussaal: (von links) Alfons Aigner, Matthias Bick sowie die Anwärter Tobias Grosser, Alexa Molsner, Janko Raab und Laura Macke. Anwesend war auch Staatsminister Michael Roth. 

Eschwege. Zum ersten Mal wurden jetzt vier Polizeiratanwärter im Rathaussaal der Kreisstadt Eschwege vereidigt. „Sie haben sich einen der schwierigsten Berufe ausgesucht. Wieso gerade Eschwege?", fragte der Leiter der Bundespolizeiakademie, Präsident Alfons Aigner. Er gab die Antwort selbst: „Weil es gut werden soll."

Die Vereidigten absolvieren derzeit eine zweimonatige Grundausbildung in Eschwege. Vor den Männern und Frauen liegen zwei anstrengende Jahre.

Die Anwärter

Tobias Grosser, Alexa Molsner, Janko Raab und Laura Macke wollen Polizeiräte werden. Alle kommen als Quereinsteiger zur Bundespolizei und haben bisher Masterstudiengänge in Psychologie, Sozialer Arbeit, Politik- und Verwaltungswissenschaften bestanden. Die Vier stammen aus Hamburg, Berlin, Osnabrück und Kiel.

Der Eid

Alle Anwärter haben geschworen, für die freiheitlich demokratische Grundordnung Deutschlands einzustehen. Gefordert seien politische Mäßigung und das Bewusstsein, sich Tag und Nacht im Dienst zu befinden. „Ihr Eid gilt ab heute für immer“, machte Präsident Alfons Aigner deutlich.

Die Ausbildung

Im Eschweger Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei erhalten sie erste praktische Einblicke in den Polizeiberuf. „Zwar musste ich Eschwege erst einmal auf der Landkarte suchen, wir finden es aber alle sehr schön hier“, sagt die am Mittwoch vereidigte Laura Macke.

Die Zukunft

Im September beginnt für die Anwärter dann der zweijährige Masterstudiengang Polizeimanagement und öffentliche Verwaltung an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Nach erfolgreichem Abschluss bekleiden die Polizeiräte stellvertretende Leitungspositionen im höheren Dienst.

Die Grußworte

Der vergleichsweise geringern Anzahl von zu Vereidigenden stand eine Vielzahl von Festrednern und Ehrengästen gegenüber. Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe betonte die innige Verbindung zum Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei. Der anwesende Staats-minister Michael Roth sagte: „Wir müssen in diesen Zeiten die Besten finden. Nur so kann Deutschlands Sicherheit gewährleistet werden.“ In den vergangenen anderthalb Jahren habe es keine einzige Kabinettssitzung in Berlin gegeben, in der die innere Sicherheit nicht thematisiert worden wäre. „Umso wichtiger, hier eine gute Vorauswahl zu treffen“, sagte Roth.

Die Zeremonie

Martin Drusel hatte als evangelischer Seelsorger der Bundespolizei ein symbolträchtiges Geschenk für alle Anwärter dabei: Er überreichte je zwei strahlend-gelbe Sonnenblumen - mit einer bestimmten Absicht: „Jede Blüte enthält bis zu 350 Kerne. Die stehen fast genau für die Anzahl der Tage, die ihre weitere Ausbildung zum Polizeirat dauern wird.“

Zukünftig sollen die vier Polizeiratanwärter beim Anblick einer Sonnenblume immer an ihre feierliche Vereidigung in diesem August erinnert werden.

Kommentare