Kreislandwirt rechnet mit unterdurchschnittlichem Ergebnis

Preis für Getreide fällt schon vor der Ernte

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Werra-Meißner. Für genauere Prognosen ist es nach Meinung von Kreislandwirt Horst Kupski noch zu früh. Er rechnet, nachdem die Ernte im Werratal mit dem Drusch der Wintergerste vor zehn Tagen begonnen hat, mit einem leicht unterdurchschnittlichen Ergebnis beim Winterweizen.

Dessen Ernte beginnt in einigen Tagen.

Das Getreide nimmt von den Ackerkulturen im Werra-Meißner-Kreis mit rund 15 000 Hektar den größten Anteil ein. Insgesamt werden 25 000 Hektar landwirtschaftlich bearbeitet. Weizen und Gerste nehmen mit über 80 Prozent der Getreideanbaufläche den Hauptanteil ein. Entsprechend bereitet Kupski die Entwicklung bei den Preisen für Getreide Sorge. Sie fielen seit Monaten stetig und lägen derzeit unter 20 Euro pro 100 Kilogramm. Das sei ein Preisverfall zum vergangenen Jahr aus der Spitze um 30 Prozent, sagt er. Auch der Preis beim Raps sei wieder um 25 Prozent gesunken.

Deshalb sei die so genannte Teller-Tank-Diskussion für die Landwirte auch nicht zu verstehen. Die Europäische Union will sich von Biokraftstoffen aus Getreide verabschieden und kommt damit Forderungen zahlreicher Umweltverbände nach. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen die Subventionen für Sprit aus Getreide, Raps und Mais und anderen Rohstoffen der Nahrungsmittelproduktion bis zum Ende des Jahrzehnts ganz gestrichen werden.

Großartige Anbau-Alternativen, um mehr Gewinn zu erzielen, gibt es Kupskis Meinung nach nicht. Höchstens etwas mehr Mais anbauen für die Bioenergieanlagen, schlägt der Kreislandwirt vor. Die Anbauvielfalt in den hiesigen, kleinteiligen Gemarkungen sei dadurch nicht gefährdet, da ein ständiger Wechsel der Ackerfrüchte üblich ist. Doch er lässt keinen Zweifel daran, wofür die Bauern im Werra-Meißner-Kreis zunächst arbeiten: „Der Teller wird immer zuerst gefüllt.“

Von Stefan Forbert

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